12:17 26 Januar 2020
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    Die Universität Uludağ in der türkischen Provinz Bursa muss den USA Leichname abkaufen, damit Medizinstudenten während ihres Studiums eine Möglichkeit bekommen, an einem echten Menschenkörper zu üben, schreibt die Zeitung Hurriyet Daily News. Dies sei damit verbunden, dass in der Türkei Körper nur selten gespendet werden.

    Bei der Veranstaltung „Academy Week“ rief der Dekan der medizinischen Fakultät, Erdoğan Şendemir, die Bevölkerung dazu auf, für Forschungszwecke Körperspender zu werden. Wegen des Mangels an Leichnamen sei die Hochschule gezwungen, diese aus den USA für jeweils 120.000 Liras (umgerechnet etwa 35.600 Euro) zu importieren. Dabei lehnen die örtlichen Behörden es dem Dekan zufolge ab, die Universität über verfügbare Leichen zu informieren.

    Laut Şendemir ist es extrem wichtig, dass Medizinstundenten an echten Leichnamen üben, um alle Organe und Gewebe im menschlichen Körper sehen zu können. Nur so könne man qualifizierte Medizinfachkräfte ausbilden.

    “Jährlich befassen sich mehr als 10.000 Studenten mit anatomischen Forschungen. Dabei muss eine Leiche für eine Gruppe von acht bis zehn Stundenten bereitgestellt werden”, so der Professor weiter. Das sei aber ein Idealfall. Die Realität sehe ganz anders aus: 150 bis 200 Stundenten müssen mit nur einem Körper auskommen. Man könne sich daher vorstellen, wie “effektiv” der Präparierkurs verlaufe.

    “Ich glaube, kein Patient würde die Durchführung eines Eingriffs einem Arzt anvertrauen, der den Aufbau des menschilchen Körpers nur von Bildern her kennt”, so Şendemir.

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    Tags:
    Arzt, Leiche, Türkei, USA