01:37 25 Februar 2020
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    Teheran droht in den kommenden zehn Jahren ein vernichtendes Erdbeben, wie der Seismologe Bahram Akkasheh gegenüber Sputnik Persian sagte. Die Forderung nach einer Verlegung der Hauptstadt mit ihren 13 Millionen Einwohnern wird daher immer dringlicher.

    Die Idee, die Hauptstadt des Irans an einen anderen Ort zu verlegen, wird schon seit über 30 Jahren diskutiert, in der letzten Zeit gewinnt sie aber immer mehr an Aufmerksamkeit. Ajatollah Khamenei, der als konsequenter Unterstützer dieser Initiative gilt, hat schon 2009 den Schlichtungsrat damit beauftragt, erste Vorbereitungen zu treffen.

    Die Forderung nach einer neuen Hauptstadt geht vor allem von lokalen Seismologen aus, nachdem sie festgestellt haben, dass die Hauptstadtregion ein potenzielles Erdbebengebiet ist. Es verläuft nämlich eine Haupt-Erdplattenlinie vom Nordwesten an Teheran vorbei in Richtung Süden. Diese trennt die große Arabische Platte von der sogenannten iranischen Teilplatte. Darüber hinaus gibt es nahezu waagerecht dazu brüchige, westöstliche Verwerfungslinien – vor allem eben genau unter Teheran.

    Japanische Forscher, die ebenfalls die seismische Lage im Iran auch untersuchten, gehen davon aus, dass ein mögliches Erdbeben die Stärken 7 bis 8 erreichen könnte. Die Opferzahl werde dabei eine Million weit übertreffen, 80 Prozent der Gebäude in der Stadt würden zerstört. Dieses apokalyptische Szenario wird umso wahrscheinlicher, da immer öfter Erdstöße unweit von Teheran durch iranische Seismologen registriert würden. Dies sei ein deutliches Warnsignal, dass sich gefährliche Energieansammlungen in den unteren Erdschichten befänden.

    Bahram Akkasheh wies im Sputnik-Gespräch beispielsweise auf das Beben vom 28. März 1830 hin, welches die Stärke 7,1 erreichte und nahezu alle Gebäude in der Stadt zerstörte.

    „Meine eigenen Forschungen haben gezeigt, dass derartige Erdbeben alle 200 Jahre passieren. Die Möglichkeit ist hoch, dass in den kommenden 15, eher jedoch in drei bis vier Jahren, ein neues Beben Teheran heimsuchen wird, gemäß diesem Zyklus“, so der Wissenschaftler.

    Man dürfe dabei auch nicht vergessen, dass es natürlich unmöglich sei, ein Erdbeben mit mathematischer Genauigkeit vorherzusagen — aber in Teheran sei eine solche Naturkatastrophe hochwahrscheinlich. Für eine Verlegung der Hauptstadt spricht laut Akkasheh auch die Tatsache, dass Teherans Infrastruktur einem Erdbeben keinesfalls gewachsen sei.

    „Wegen der übermäßigen Ansammlung von Autos ist es äußerst kompliziert sich in der Stadt fortzubewegen; unendliche Staus legen den Verkehr lahm. Zu Spitzenzeiten braucht man fünf Stunden, um aus Teheran in einen Vorort zu gelangen. Können sie sich vorstellen, unter welchen Bedingung man Hilfe leisten oder Verletzte evakuieren würde?“

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    Tags:
    Gefahr, Erdbeben, Teheran, Iran