09:54 06 April 2020
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    Der ehemalige externe NSA-Mitarbeiter Harold Thomas Martin III hat geheime Informationen und Namen von Undercover-Agenten im Ausland geklaut, wie AP unter Berufung auf Gerichtsdokumente von Donnerstag berichtet.

    Anfang Oktober war bekannt geworden, dass FBI-Agenten den ehemaligen Computer-Spezialisten, der wie der weltberühmte Enthüller Edward Snowden im Auftrag der Firma Booz Allen Hamilton für den Geheimdienst NSA arbeitete, im August verhaftet hatten. Laut Anklageschrift soll er mehr als 20 Jahre lang streng geheime Unterlagen digital und auf Papier gehortet haben. Für die Verletzung des Spionagegesetzes droht Martin eine Gefängnisstrafe von bis zu elf Jahren.

    Am Freitag wollen Martins Pflichtverteidiger den zuständigen Bundesrichter bitten, den Angeklagten bis Ende des Ermittlungsverfahrens aus der U-Haft zu entlassen. Letzte Woche hatte der Schiedsmann A. David Copperthite das gleiche Gesuch wegen Verdunkelungsgefahr abgewiesen. Copperthite zufolge würden sich die Feinde der USA freuen, an die gestohlenen Daten zu gelangen, so AP weiter. In dem Falle wäre die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten erheblich gefährdet.

    Laut den Bundesanwälten muss Martin weiter in U-Haft bleiben, weil „der größte Teil“ der 50 Terrabyte umfassenden digitalen Daten, die in Martins Haus entdeckt worden wären, „streng vertraulich“ sei. Dies beinhalte unter anderem auch Namen von US-Geheimdienstlern, die „undercover außerhalb der Vereinigten Staaten“ operieren würden. Die gestohlenen Daten könnten das Leben dieser Agenten und derjenigen, mit denen sie zusammenarbeiten, gefährden und US-Aufklärungsoperationen kompromittieren.

    Martins Pflichtverteidiger James Wyda und Deborah Boardman erklärten dagegen, Martin sei Patriot und habe „seine ganze Karriere dem Dienst an seinem Land gewidmet". Martin sei einfach ein Sammler, hieß es weiter; er habe die ganzen Daten abgespeichert, um sie dann zu studieren. Er habe die Dokumente mitgenommen, um seine eigene Qualifikation als Geheimdienstler zu erhöhen. Den Anwälten zufolge „liebt er seine Familie und sein Land“. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass er die gestohlenen Informationen einem fremden Land weitegegeben hätte oder dies beabsichtigte.

    Auch den Behörden zufolge gibt es bisher keine klaren Indizien für eine politische Mission wie bei Snowden, der die Überwachungspraktiken der NSA bloßstellen wollte. Auch ein Spionageakt, wie der ehemalige NSA-Agent John Schindler über eine mögliche Verbindung Martins zu Russland spekuliert hatte, sei ausgeschlossen.

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    Gericht, Gefahr, Sicherheit, Agent, Diebstahl, Daten, Ausland, Geheimdienstler, FBI, NSA, USA