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14:06 12 November 2019
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    Transportflugzeug A400M

    Probleme mit Transportfliegern: Einsatzbereitschaft der deutschen Luftwaffe in Frage

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    Der Bundeswehr drohen Verzögerungen bei der Einsatzbereitschaft des neuen Transportflugzeugs C-130 J von Lockheed Martin, berichtet die „Welt am Sonntag“. Der Meldung zufolge kursiert innerhalb der Streitkräfte und im Verteidigungsausschuss des Bundestags seit Tagen ein Dokument, das sich mit der Zulassungsdauer der Maschine auseinandersetzt.

    Eigentlich soll die C-130 J 2021 einsatzbereit sein. Jedoch sei erst einmal von einer „umfänglichen Flugnachweisuntersuchung“ auszugehen, geht aus dem Dokument hervor.

    „Unter Berücksichtigung der in der Bundeswehr vorgegebenen Zulassungsverfahren ist die operative Nutzung (…) höchstwahrscheinlich nicht vor 2023 zu erwarten“, heißt es dort unter anderem.

    Außerdem komme es im Jahr 2021 zu „einer temporären Lücke in der Bedarfsdeckung und damit ggf. zu Einschränkungen in der Auftragserfüllung“ der Bundeswehr.

    Ein weiteres Problem besteht darin, dass die neuen Transportflugzeuge ab 2021 in Frankreich stationiert werden sollen. Auf Anfrage der „Welt am Sonntag“ teilte das deutsche Verteidigungsministerium jedoch mit, abschließende Entscheidungen zur Umsetzung der Zusammenarbeit mit Paris, „und damit auch bzgl. ggf. zu beschaffender Luftfahrzeuge“, seien zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getroffen.

    Anfang Oktober dieses Jahres hatten Verteidigungschefin Ursula von der Leyen und ihr französischer Amtskollege Jean-Yves Le-Drian eine Absichtserklärung für Kooperation unterschrieben. In diesem Dokument wird diese Zusammenarbeit aber kritisiert. Frankreich verfüge beispielsweise nicht über das für die Nutzung der Flugzeuge notwendige technische Personal oder die dafür erforderlichen Gerätschaften zur Wartung und Instandhaltung. Deutschland begebe sich in eine dauerhafte Abhängigkeit in diesem Zusammenhang, wenn man sich nur auf französische Bodencrews verlasse.

    Auch bei dem Transportflugzeug A400M gibt es Einsatzbereitschafts-Probleme. Ein Bericht des Rüstungsboards des Verteidigungsamts, der der „Welt am Sonntag“ vorliegt, zeigt, dass zuletzt neue, bislang unbekannte Probleme aufgetreten sind.

    Beispielsweise geht es darum, dass die Beschaffung eines dringend benötigten Ersatztriebwerks zur Sicherstellung des Waffeneinsatzes „nicht umsetzbar“ sei. Damit ist laut dem Ministerium die „Einsatzbereitschaft einzelner Flugzeuge über mehrere Wochen gefährdet“. Außerdem sei bekannt geworden, dass bei Partnernationen Öldämpfe ins Cockpit und in den Laderaum austraten. Unter anderem sei auch eine an Deutschland gelieferte A400M-Maschine davon betroffen. Dies könnte zu „unmittelbaren Auswirkungen wie Unwohlsein, Augenreizungen etc. der Besatzung und Passagiere führen“.

     

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    Tags:
    Flugzeug, Airbus A400M, Luftwaffe, Bundeswehr, Ursula von der Leyen, Deutschland