04:07 16 Dezember 2019
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    Ein humanitärer Korridor im Norden von Aleppo

    Aleppo: Terroristen fordern „Korridor-Gebühr“

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    In Aleppo fordern die Terrorkämpfer von den Einwohnern der Stadt 150.000 syrische Lire (umgerechnet knapp 630 Euro) für die Benutzung der humanitären Korridore, wie aus vor Ort verteilten Flugblättern der Gruppierung Dschaisch al-Fath hervorgeht.

    „Unserer Führung sind das Leiden der Zivilisten unter den Bombardements und Blockaden der Stadtteile Aleppos durch die syrische Regierungsarmee bewusst. Nach einer Beratung mit unseren Brüdern erlauben wir es den Einwohnern im Alter von 14 bis 55 Jahren, die Stadt unter der Voraussetzung verlassen, dass jeder von ihnen 150.000 syrische Lire bezahlt – zur Unterstützung unserer Brüder an der Front“, hieß es in dem Flugblatt von Dschaisch al-Fath.

    Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium für den 4. November eine neue humanitäre Pause im syrischen Aleppo angekündigt. Darüber hinaus wandte sich die russische Verteidigungsbehörde direkt an die Führer der bewaffneten Extremistengruppierungen mit der Forderung, „die Kampfhandlungen einzustellen und Aleppo mit den Waffen zu verlassen. Dafür sind zwei Korridore geöffnet worden, von denen alle Regierungskräfte und Militärtechnik abgezogen sein werden“.

    Das Kommando der syrischen Armee hatte zuvor erklärt, dass die Terrormiliz „Dschabhat al-Nusra“ und ihre Bündnispartner die verkündete Feuerpause genutzt hätten, um ihre Offensive auf Aleppo zu verstärken. Wie aus Damaskus verlautete, haben die Islamisten dafür mehr als 8.000 Kämpfer in den Raum Khan-Tuman im Süden und Kafr Hamrah im Norden der Provinz Aleppo verlegt.

    Wie syrische Militärs erzählten, haben am Wochenende durch den Beschuss Aleppos 84 Menschen den Tod gefunden, weitere 280 Menschen wurden verletzt.

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    Tags:
    Zivilisten, Terroristen, Korridor, humanitäre Pause, Dschaisch al-Fath, Aleppo, Syrien