13:00 20 Februar 2020
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    Die Politik Washingtons in Syrien ist laut dem Whistleblower und Ex-Botschafter Großbritanniens in Usbekistan, Craig Murray, extrem gefährlich und bringt nur Instabilität ins Land sowie weitere Militärausgaben. Ähnlich sei es schon im Irak und in Afghanistan gewesen.

    „Das ist eine alte Geschichte und auch ein extrem gefährliches Spiel, und es führt zu einer absolut wahnsinnigen Außenpolitik“, sagte Murray in einem Sputnik-Interview.

    Dem Whistleblower zufolge ist es „besonders verrückt“, zu behaupten, dass die Unterstützung von terroristischen Gruppierungen in Syrien eine bessere Lösung sei, als den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu unterstützen.

    „Ich bin sehr kritisch gegenüber dem Assad-Regime, aber die Idee, dass die Unterstützung von gemischten Dschihadisten-Gruppierungen zum Zweck der Zerstörung des Landes eine bessere Lösung ist, ist verrückt. Besonders verrückt, wenn man bedenkt, dass wir es schon im Irak, in Afghanistan vermasselt haben“, betonte Murray.

    „Und nun machen wir genau das Gleiche. Und man sieht, dass es nicht funktioniert. Es funktioniert nur in der Hinsicht, dass man weitere Instabilität sowie weitere Ausgaben fürs Militär und die Geheimdienste fördert.“

    Hinsichtlich der angeblichen russischen Bedrohung für den Westen, von der oft in den Medien berichtet wird, sagte der Whistleblower, Russland würde niemals die Vereinigten Staaten angreifen.

    „Keine Chance, dass Russland jemals die Vereinigten Staaten angreifen wird. Das wird einfach nicht geschehen. Genauso wenig wird Russland das Vereinigte Königreich angreifen. Aber aus irgendeinem merkwürdigen Grund werden die Medien verrückt, wenn russische Kriegsschiffe vorbeifahren oder im Mittelmeer eintreffen“, so Murray.

    Die Rhetorik über eine angebliche russische Bedrohung ist aber unter den US-Präsidentschaftskandidaten beliebt und wird oft als Thema bei ihren Wahlkampagnen aufgegriffen. In diesem Zusammenhang sagte der Whistleblower, die US-Wahl „offenbart, dass die ganze Idee der amerikanischen Demokratie ein Witz ist“.
    „Es gibt keine wirklich nützliche Demokratie in den Vereinigten Staaten“, betonte er.

    Craig Murray war jahrzehntelang im britischen Staatsdienst tätig, unter anderem als Botschafter in Usbekistan von 2002 bis 2004. Von diesem Posten wurde Murray jedoch entfernt, nachdem er die Teilnahme der britischen Geheimdienste an Folterungen in usbekischen Gefängnissen enthüllt hatte. Der Ex-Botschafter erhielt für seine Integrität im Nachrichtendienst außerdem den Sam Adams Award.

    Der Sam Adams Award ist eine jährlich vergebene Auszeichnung, die nach dem Whistleblower Samuel A. Adams benannt ist. Die Auszeichnung gibt es seit 2002. Sam Adams ist bekannt als Whistleblower, der Daten während des Vietnamkrieges enthüllt hatte. Die Auszeichnung wurde unter anderem auch Julian Assange, Edward Snowden und Chelsea Manning verliehen.

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    Tags:
    Krieg, Craig Murray, Russland, USA, Syrien