22:49 24 Februar 2020
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    Bewohner des Randgebietes und der naheliegenden Dörfer von Mossul, die vor dem Hintergrund der Offensive auf die IS-Hochburg in das Flüchtlingslager Hazir in Erbil geflüchtet waren, berichten in einem Gespräch mit der Agentur Sputnik Türkiye über ihr Leben.

    In den von den kurdischen Peschmerga kontrollierten Gebieten finden sie Unterkunft und Schutz vor den Terroristen. Es geht unter anderem um 1.800 Menschen aus den Dörfern Bazdava und Kornama, östlich von Mossul.

    So sagte die 32-jährige Kurdin Newal Hazım aus dem Dorf Tobzavа nördlich von Mossul: „Ich bin gemeinsam mit meinen vier Kindern geflohen. Wir haben es sehr befürchtet, mit den von den IS-Kämpfern gelegten Minen gesprengt zu werden. Die Kinder haben geweint, als meine dreijährige Tochter gesagt hat, dass sie unser Haus, unser Dorf nicht verlassen wolle. Ich habe auch geweint. Die Kriege im Irak haben doch kein Ende. Warum passiert dies immer in unserer Region? Der Krieg zwischen dem Iran und dem Irak, zwischen dem Irak und den Peschmerga, die US-Invasion in den Irak – all dies hat unser Leben in eine Hölle umgewandelt. In meinem Leben war ich bereits vier Mal gezwungen, von Ort zu Ort umzuziehen. Wir leben in ständiger Angst. Wir sind vom Krieg bereits müde“.

    Die 60-jährige Einwohnerin des Dorfes Gorcelil, östlich von Mossul, Medine Yusuf, sagte: „Die irakische Armee ist unter Einsatz von schwerer Technik in die Offensive gegangen, um unser Dorf von den IS-Terroristen zu befreien. Die Regierungstruppen haben uns geholfen, das Dorf zu verlassen, für uns einen Korridor im Norden geöffnet. Es war sehr schrecklich, weil Kugeln und Artilleriegeschosse ganz in der Nähe zu hören waren. Jetzt wohnen wir im Flüchtlingslager. Wir hoffen, dass es unser letzter Umzug ist. Viele sprechen davon, dass sich die Lage im Irak nicht normalisieren wird, solange der Krieg andauert. Wir wollen nicht daran glauben. Diese Gespräche machen uns aber traurig“.

    Der 64-jährige Kurde Zeki Ali aus dem Dorf Hemdaniye, nördlich von Mossul, erzählte: “Wir waren gezwungen, aus unserem Dorf wegen der Gefechte zwischen der irakischen Armee und der Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) zu fliehen. Alle 130 im Dorf lebenden Familien mussten fliehen. Jetzt befinden wir uns im Flüchtlingslager. Wir vermissen unser Dorf. Unser Land wird immer von Krieg heimgesucht. Wegen unserer Ölvorräte wollen alle Großkräfte unser Territorium unter Kontrolle bringen. Gerade deswegen flammt der Krieg immer wieder auf, worunter unsere Verwandten, unsere Kinder leiden. Als die Amerikaner in den Irak eingedrungen waren, hatten sie behauptet, dass sie in unser Land Demokratie bringen würden. Das Einzige, was sie uns seit zehn Jahren gebracht haben, ist nur Daesh“.               

    Die irakische Armee, unterstützt von kurdischen Peschmerga-Einheiten, regierungstreuen Milizen und US-Truppen sowie Kampfflugzeugen der Anti-IS-Koalition, hatte am 17. Oktober eine Großoffensive auf die zweitgrößte Stadt des Irak gestartet. Die Terrormiliz Daesh hatte seit Juni 2014 die strategisch wichtige Millionenstadt beherrscht.

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    Tags:
    IS-Terroristen, Flucht, Peschmerga, Terrormiliz Daesh, Sputnik Türkiye, Zeki Ali, Medine Yusuf, Newal Hazım, USA, Irak