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    Proteste in Manila

    Philippinen: Ex-Diktator Marcos darf auf Helden-Friedhof bestattet werden

    © AFP 2019 / Ted Aljibe
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    Der Oberste Gerichtshof der Philippinen hat entschieden, den ehemaligen Diktator des Landes, Ferdinand Marcos, auf dem Friedhof der Nationalhelden in der philippinischen Hauptstadt Manila begraben zu lassen. Dies berichtet am Dienstag der Sender CNN Philippines.

    Gerichtssprecher Theodore Te erläuterte den Journalisten, dass es kein Gesetz gebe, das eine solche Beisetzung verbiete.

    Die entsprechende Verordnung über Marcos‘ Bestattung hatte zuvor der philippinische Präsident Rodrigo Duterte erlassen. Bei einer Sitzung stimmten nun neun Richter zugunsten der Bestattung auf dem Friedhof für Nationalhelden, fünf stimmten dagegen und einer enthielt sich der Stimme. Das Gericht wies damit auch sämtliche Petitionen gegen die Beisetzung zurück.

    Der Sohn des Ex-Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. äußerte dem Gericht und dem jetzigen Staatschef Duterte im Namen seiner Familie seine Dankbarkeit. Die Entscheidung über die Bestattung des Diktators zog sich fast 25 Jahre in die Länge. Die Überreste des Ex-Diktators befinden sich seit 1993 in der Familiengruft in der Stadt Ilocos Norte im Nordosten des Landes.

    Das Urteil spaltet jedoch die philippinische Bevölkerung. Tausende Einwohner gingen auf die Straßen, um zu protestieren.

    ​Marcos war seit 1965 Präsident, verhängte 1972 das Kriegsrecht und errichtete eine diktatorische Herrschaft. Nach dem Volksaufstand im Jahr 1986 floh er gemeinsam mit seiner Familie ins Exil nach Hawaii, wo er drei Jahre später verstarb.

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    Tags:
    Helden, Bestattung, Ferdinand Marcos, Rodrigo Duterte, Philippinen