14:06 28 Oktober 2020
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    Lage in Afghanistan (867)
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    Die Rechte der politischen Gefangenen in Afghanistan werden ständig verletzt, was sie dazu zwingt, sich nach ihrer Freilassung zu einer „bewaffneten Opposition“ zusammenzuschließen, die oft terroristischen Gruppierungen nahesteht. Das sagte Ruholla Qazizadah, Leiter des unabhängigen Verbandes für Rechtsanwälte Afghanistans, gegenüber Sputnik Dari.

    „Laut Paragraph 31 der afghanischen Verfassung gehört das Ehrenschutzrecht durch einen Rechtsanwalt zum unabdingbaren Recht eines afghanischen Bürgers. Bedauerlicherweise wird dieses bei afghanischen Gerichtsbehörden sowie in Haftanstalten ständig verletzt“, sagte Qazizadah.

    Es gehe hierbei um Freiheitsentzugsanstalten in Verwaltungszentren, darunter auch in Kabul. Beispielsweise würde im Kabuler Gefängnis Puli-Charhi einem Häftling erlaubt, sich mit seinem Rechtsanwalt nur einmal wöchentlich zu treffen, obwohl laut geltender Gesetzgebung ein Gefangener ständigen Kontakt mit seinem Rechtsanwalt unterhalten dürfe. Somit liege ein grober Gesetzverstoß auf der Hand.

    Qazizadah begründet das Geschehen mit einem „besonderen Verhalten“ gegenüber potenziellen Staatsverbrechern, weil diese überwiegend in Puli-Charhi hinter Gittern sitzen. Dabei würden ihre Chancen auf eine Freisprechung drastisch reduziert.  

    Nach ihrer Freilassung seien die Häftlinge motiviert, Waffen in die Hand zu nehmen und eine „bewaffnete Opposition“ zu formieren. Politische Gefangene seien besonders empfindlich gegen jede Ungerechtigkeit, da sie keine Möglichkeit hätten, Berufung einzulegen, so Qazizadah.    

    Sie seien bereit, neue, viel schwerere Verbrechen zu verüben, und sich den Terroristen anzuschließen.

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    politische Häftlinge, Terroristen, Sputnik Dari, Ruholla Qazizadah, Afghanistan