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    Ähnelt Immobilienmogul einem Asketen? - Vergleich Trump und Ahmadinedschad

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    Der iranische Außenpolitikexperte Dr. Ali-Reza Rezahah hat in einem Interview mit Sputnik ein neues Medien-Klischee über die Ähnlichkeit zwischen dem designierten US-Präsidenten Donald Trump und dem iranischen Ex-Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad scharf kritisiert.

    Schon im Vorwahlkampf, als Donald Trump noch einer von mehreren Präsidentschaftskandidaten gewesen war, hatten ihn die westlichen Medien mit dem ehemaligen iranischen Präsidenten verglichen und diesem sogar gleichgestellt. Am Freitag beispielsweise veröffentlichte die Webseite Patheos einen Beitrag des Iraners Kaveh Mousavi unter dem Titel „Die USA haben ihren Ahmadinedschad gewählt". 

    Die Nutzer der sozialen Netzwerke verweisen darauf, dass  für Trump (und seinerzeit auch für Ahmadinedschad) „die Mehrheit der armen und einfachen Menschen", und nicht die Eliten oder die Mittelschicht gestimmt habe. Die beiden Politiker seien suspekte Persönlichkeiten, die zum Populismus neigten, heißt es.

    ​Jedoch sei ein solcher Vergleich nicht korrekt.Erstens hätten die politischen Vergangenheiten von Trump und Ahmadinedschad nichts gemeinsam, betonte Rezahah. „Als Mahmud Ahmadinedschad zum Präsidenten gewählt wurde, war er bereits längere Zeit in der Politik tätig gewesen und hatte umfangreiche Erfahrungen." Ahmadinedschad sei seit der Islamischen Revolution politisch aktiv und an der Erstürmung der US-Botschaft in Teheran 1979 beteiligt gewesen. Er sei Gouverneur der iranischen Provinz Ardabil und Bürgermeister von Teheran gewesen und habe als Abgeordneter kandidiert.   

    Trump habe die politische Arena erst während des jüngsten Wahlkampfes betreten. „Selbst in den Reihen der Republikanischen Partei, für die er für die Wahl zum US-Präsidenten kandidierte, war er ein Fremder. Trump ist ein Milliardär, kein Politiker", so Rezahah. Der „Pseudo-Vergleich" sei lediglich ein Versuch, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vom Phänomen Trump und den tatsächlichen Vorgängen, die in der US-Gesellschaft passieren, abzulenken.

    Anstatt die wahren Hintergründe von Trumps Wahlsieg zu untersuchen, würden die westlichen Medien verschiedene Tricks benutzen. In diesem Fall behandelten sie ein völlig belangloses Thema, in dem sie die angebliche Ähnlichkeit  der beiden Politiker hochpuschten.

    Ein Politiker zu sein bedeute in gewisser Weise berechenbar zu sein, so Rezahah weiter. Als Ahmadinedschad die Präsidentenwahl im Iran gewonnen habe, sei es für alle klar gewesen, wer in der Regierung sitzen werde. Aus welchen Personen die Trump-Administration aber bestehen werde, sei dagegen sehr unklar. „Mit der Wahl von Trump hängt eine riesige Wolke von Besorgnissen und Unbestimmtheiten über Amerika", sagte Rezahah.

    Außerdem habe der Ex-Präsident Ahmadinedschad keine  protzigen Villen besessen und, wie Millionen gewöhnliche Iraner, sehr bescheiden gelebt, so Rezahah zum Schluss. „Bis heute ist seine Lebensweise sehr asketisch, er lebt nicht auf großem Fuß. Gerade deshalb hatten die Iraner  ihm ihre Stimmen gegeben, gerade deshalb war er beliebt und galt im Volke als ein Beschützer der Armen. Den Wolkenkratzer-Besitzer Trump kann ich mir in solch einer Rolle nur schwerlich vorstellen."

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    Vergleich, Mahmud Ahmadinedschad, Donald Trump, Iran, USA