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13:19 18 Oktober 2019
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    Jennifer Robinson, Anwältin von Julian Assange

    Assange in London verhört - Anwältin kommentiert

    © REUTERS / Peter Nicholls
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    Bis in den späten Dienstagnachmittag hinein ist WikiLeaks-Gründer Julian Assange in London verhört worden. Seine Anwältin Jennifer Robinson hat sich im Anschluss gegenüber Journalisten geäußert.

    „Wir hoffen, dass die schwedische Staatsanwaltschaft auf Basis der verfügbaren Beweise den Fall abschließt, aber wenn das nicht der Fall ist und es zu einem Schuldspruch kommt, dann sammeln wir alle Rechtsverstöße (der schwedischen Seite – Anm. d. Red.) und erheben Anklage“, so Robinson.

    WikiLeaks-Gründer Julian Assange
    © REUTERS / Peter Nicholls
    Außerdem soll Assange laut seiner Anwältin solange in der ecuadorianischen Botschaft in London ausharren, bis auch die USA den Fall abschließen. Die Möglichkeit, den designierten US-Präsidenten Donald Trump um eine Verfahrenseinstellung zu bitten, ziehe man vielleicht auch in Erwägung.

    „Gegen Herrn Assange wird seit über sechs Jahren, seit 2010, in der Obama-Administration ermittelt. Wir sind weiterhin für Verhandlungen mit der US-Regierung offen, um das Verfahren einzustellen“, so Robinson. Assange habe sich schon mehrmals an die US-Regierung gewandt.

    Julian Assange wurde zwei Tage lang vom ecuadorianischen Botschafter Carlos Ortiz, unter Anwesenheit der schwedischen Generalstaatsanwältin Ingrid Isgren, zu Vergewaltigungsvorwürfen verhört. Nun sollen die Ergebnisse nach Schweden weitergeleitet werden, wo die Staatsanwaltschaft entscheiden muss, ob sie die Ermittlungen gegen Assange fortsetzen wird.

    Der WikiLeaks-Gründer war im Dezember 2010 in London auf Antrag der schwedischen Sicherheitsbehörden festgenommen worden, die seine Auslieferung nach Schweden forderten. Im Sommer desselben Jahres erstatteten zwei Frauen Anzeige wegen sexueller Belästigung gegen Assange.

    Aus Angst vor einer Auslieferung an die USA hatte er die Behörden Ecuadors um politisches Asyl ersucht. Laut Assange drohen ihm in den Vereinigten Staaten für die Veröffentlichung geheimer Staatsdokumente bis zu 35 Jahre Haft oder gar die Todesstrafe. Seit 2012 lebt der gebürtige Australier in der ecuadorianischen Botschaft in London.

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    Tags:
    Verhör, Missbrauch, Spionage, WikiLeaks, Jennifer Robinson, Donald Trump, Julian Assange, Barack Obama, Ecuador, London, Schweden, Großbritannien, USA