Widgets Magazine
13:04 22 August 2019
SNA Radio
    Eine schwangere Frau - Symbolbild

    „Politkorrektheit“: London will geschlechtsbezogene Spätabtreibung nicht ahnden

    © Flickr/ Peter Dahlgren
    Panorama
    Zum Kurzlink
    4657

    Um nicht als Rassisten gebrandmarkt zu werden, hat die Londoner Staatsanwaltschaft darauf verzichtet, die Ermittlung wegen einer erzwungenen geschlechtsbezogenen Abtreibung in einer „asiatischen“ Familie einzuleiten. Dazu äußerte sich die Menschenrechtsaktivistin und Regierungsberaterin Mandy Sanghera gegenüber dem Daily Telegraph.

    Eine Muslimin (Symbolbild)
    © AFP 2019 / Patrick Baz
    Bei dem von der Staatsanwaltschaft eingestellten Fall handle es sich um eine junge Frau aus einer „asiatischen“  (gemeint ist wohl „islamische“, Anm. d. Red.) Familie. Die Verwandten hätten die schwangere Frau dazu gezwungen, eine Spätabtreibung vorzunehmen. Grund dafür sei das weibliche Geschlecht des zu erwartenden Kindes gewesen:

    „Als die Familienangehörigen herausfanden, dass das ungeborene Baby ein Mädchen ist, wurde die Mutter unter einen starken emotionalen Druck gesetzt. Sie wollte das Kind nicht abtreiben“, zitiert das Blatt die Aktivistin. Sie habe bereits eine Tochter gehabt, weshalb die Familienangehörigen die Geburt eines zweiten Mädchens für „unrentabel“ gehalten hätten.

    Als die Frau deswegen bei der Polizei Anzeige erstattete, hätten die Beamten dies zunächst nicht als Missbrauch einstufen wollen.

    Als zu dem Fall später doch noch ermittelt worden sei und die Betroffene auf einer Anklage bestehen wollte, habe sich die Staatsanwaltschaft geweigert, die Verdächtigen vor Gericht zu bringen. Dies sei damit begründet worden, dass „kein öffentliches Interesse“  bestehe und es sich lediglich um eine „Familienangelegenheit“ handle. Als einzige Strafe ordnete das Gericht für den Ehemann einen „Besserungskurs“ an.

    „Sie fühlte, dass die Klage aus kulturellen Gründen abgelehnt wurde. Diese Absage war der letzte Nagel im Sarg nach all dem psychischen Missbrauch. Denn als sie um Hilfe bat, bekam sie keine“, so die Menschenrechtlerin.

    „Sie (die Staatsanwaltschaft) haben Angst, dass sie als Rassisten bezeichnet werden könnten. Wegen der Politkorrektheit sind die Leute so sehr verängstigt, dass sie davon geblendet werden. Sie haben ihren moralischen Kompass verloren, wie auch die Fähigkeit, kulturelle Normen zu hinterfragen, die im Großbritannien des 21. Jahrhunderts keinen Platz haben“, sagte sie abschließend.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Großbritannien: „Homo tötende“ Koranschule muss Pforten schließen
    Schottland: Hijab gehört jetzt zur Polizeiuniform
    Tags:
    Schwangerschaft, Islam, Mandy Sanghera, London, Großbritannien