20:27 30 März 2017
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    Dmitri Jarosch, Ex-Chef der ukrainischen ultranationalistischen Bewegung Rechter Sektor

    Ukraine: Poroschenko verhandelt mit Nationalisten über Bildung einer Reservearmee

    © RIA Novosti. Mikhail Voskresenky
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    Der Abgeordnete der Werchowna Rada (Parlament) der Ukraine und Ex-Chef der ukrainischen Extremistenbewegung „Rechter Sektor“ Dmitri Jarosch führt eigenen Angaben zufolge zurzeit Verhandlungen mit Präsident Petro Poroschenko über die Bildung einer „Freiwilligen-“ oder „Reservearmee“.

    „Ich verhandle zurzeit mit dem Präsidenten. Er hat gesagt, er werde über den Gesetzentwurf nachdenken. Es gibt Finanzierungsfragen, eher taktischer Art. Aber grundsätzlich sehe ich, dass es den ausdrücklichen Wunsch gibt, etwas zu tun“, zitiert die ukrainische Agentur „Ukrinform“ Jarosch.

    Im Frühjahr hatte Jarosch Pläne zur Aufstellung einer „Freiwilligenarmee“ bekanntgegeben und vorgeschlagen, einen entsprechenden Gesetzentwurf zu verabschieden.

    Kernstück der Armee sollen Veteranen der Donbass-Operation werden. Laut dem Gesetz sollen die Freiwilligen, die aus dem Donbass heimkehren, ihre Waffen behalten dürfen.

    „Das wird sie zum Schutz der Heimat anspornen. Zudem soll die Freiwilligenarmee die militärische und patriotische Erziehung (Jugendlicher) übernehmen“, sagte Jarosch.

    Der Rechte Sektor war die treibende Kraft hinter dem Umsturz vom Februar 2014, bei dem der frühere Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet wurde. Seit dem Machtwechsel kämpfen die Nationalisten auf der Seite der regulären ukrainischen Armee gegen die Regierungsgegner im Osten der Ukraine. Im Mai 2014 waren die Ultranationalisten am Branddrama in Odessa beteiligt, bei dem Dutzende Regimegegner bei lebendigem Leib verbrannten.

    Das Oberste Gericht Russlands hat den Rechten Sektor auf die Liste der extremistischen Organisationen gesetzt und seine Tätigkeit in Russland verboten. Zuvor war in Russland gegen Dmitri Jarosch ein Strafverfahren wegen seiner Aufrufe zu terroristischen Aktivitäten eingeleitet worden.

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    Tags:
    Rechter Sektor, Dmitri Jarosch, Petro Poroschenko, Ukraine
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    Alle Kommentare

    • sieben.worte
      Eigentlich müsste Poroschenko wegen Duldung dieser Bande nach Den Haag und dann lebenslang hinter Gitter.
    • Piero Doldi
      Der hat deutlich Angst vor seiner zukünftigen Bedeutungslosigkeit, wenn sich Russland und die USA demnächst an den Verhandlungstisch setzen und sowohl die Krim- als auch die Donbass-Frage klären.
    • Eardwulf
      "patriotische Erziehung (Jugendlicher)" - Der rechte Sektor braucht wohl Nachschubkanonenfutter?
    • ElitenSchreck
      Man stelle sich mal vor, ein Vertreter einer Naziorganisation in Deutschland würde mit Merkel über eine Freiwilligenarmee verhandeln.

      In der von der angeblich "antifaschistischen" EUSA abhängigen Ukraine scheint sowas problemlos möglich zu sein.
    • sanpodon
      Nun, bei "Finanzierungsfragen" sollten doch ein paar "gute Freunde des Westens" noch einspringen können ...
    • avatar
      billyvor
      Na, das ist doch genau das, was die Ukraine unbedingt braucht: Noch eine Armee. .......
      Und dann noch eine, in der die braune Brühe noch stärker stinkt, als ohnehin bereits.

      Vorher sollte Moppel allerdings unbedingt in Berlin vorsprechen, so eine Armee kostet noch mehr Geld, und wo könnte er das leichter auftreiben :-[
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