03:33 24 September 2017
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    Polen: Nationalist wegen Verbrennung von „Juden-Puppe“ zu Freiheitsentzug verurteilt

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    Ein Gericht im polnischen Wroclaw (Breslau) hat den Ortseinwohner Piotr Rybak wegen Verbrennung einer „Juden-Puppe“ zu zehn Monaten Freiheitsentzug verurteilt, wie der polnische TV-Sender TVN24 am Montag mitteilt.

    Die Staatsanwaltschaft warf Rybak Anstiftung zum Hass vor und forderte zehn Monate gesellschaftlicher Arbeit als Bestrafung. Das Gericht hielt diese Strafe jedoch für zu mild.

    „Das Gericht glaubt nicht, dass es keine Anstiftung zum Hass war“, sagte der Richter. 

    Der Angeklagte selbst will den Gerichtsbeschluss anfechten und hat diesen als „Vorgehen gegen das polnische Volk“ bezeichnet.

    „Es ist eine Schande, dass ein polnischer Richter ein Urteil gegen einen Patrioten verkündet hat“, so Rybak.

    Der Zwischenfall hatte sich im November 2015 während einer Kundgebung gegen die Aufnahme von Flüchtlingen auf dem Zentralmarkt von Breslau ereignet.  Mit der „Juden-Puppe“ verbrannte Rybak auch eine Europa-Flagge. Im Internet tauchte dann ein Video auf, auf dem ein Mann die Puppe mit Benzin übergoss und anzündete. Weder Aktionsteilnehmer noch Polizisten griffen ein.

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    Tags:
    Freiheitsentzug, Nationalisten, Piotr Rybak, Polen