14:47 21 November 2017
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    Angst vor Kreml oder Trump? London bringt keine Raketen nach Estland

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    Großbritannien sieht nun doch davon ab, Mittelstreckenraketen in Estland zu stationieren, wie „The Sunday Times“ unter Berufung auf eine Erklärung des Verteidigungsministeriums berichtet. Auch die für den baltische Staat vorgesehenen 800 britischen Soldaten sollen zu Hause bleiben – aus „Angst vor einer möglichen Reaktion des Kremls“.

    Die Stationierung der Mittelstreckenraketen war ursprünglich als Reaktion auf die Verlegung russischer Raketenkomplexe des Typs „Iskander“ sowie der Flugabwehrraketen S-400 nach Kaliningrad geplant gewesen und sollten das Nato-Kontingent in Estland stärken. Nun aber sei dieser Prozess plötzlich eingestellt worden.

    Neben einer möglichen Reaktion Russlands mache den britischen Militärs nun auch das ambivalente Verhältnis des designierten US-Präsidenten Donald Trump gegenüber der Nato Sorgen. Der künftige Chef des Weißen Hauses hatte mehrmals erklärt, dass sich die Allianz überlebt habe und entweder abgeschafft oder reformiert werden müsse.

    Zuvor hatte der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, Bedenken wegen des Vorgehens Moskaus in Kaliningrad geäußert. „Wir verstehen, dass Russland das Recht hat, übliche Atomkräfte auf eigenem Territorium zu stationieren“, so Kirby bei einem Briefing. Trotzdem würde „die Stationierung von ‘Iskander’ und S-400 in Kaliningrad die europäische Sicherheit destabilisieren”, so der Sprecher.

    Am 7. Oktober hatte Russland seine Iskander-Kurzstreckenraketen ins Gebiet Kaliningrad – zwischen den Nato-Staaten Polen und Litauen gelegen – verlegt. Wie Igor Konaschenkow vom Verteidigungsministerium damals mitteilte, waren die Anlagen zu Trainingszwecken immer wieder in das Gebiet um das frühere Königsberg gebracht worden.

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    Tags:
    Soldaten, Militär, Angst, Stationierung, Raketen, S-400, Iskander, Großbritannien, Estland
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