14:21 23 Oktober 2018
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    Edward Snowden

    „Message an die Zukunft“: 30 US-Autoren appellieren an Obama für Snowden-Amnestie

    © AFP 2018 / Frederick Florin
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    Über 30 namhafte US-Autoren haben sich in der Zeitung „The New York Times“ (NYT) an den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama gewandt, um ihn von der Begnadigung des Ex-Geheimdienstlers und Whistleblowers Edward Snowden zu überzeugen.

    In ihrem offenen Brief an Obama, der als Werbebeitrag in der NYT-Ausgabe vom 22. November erschienen ist, betonen 31 amerikanische Schriftsteller unterschiedlicher Genres, dass Snowden einen Eid geschworen habe, die US-Verfassung zu unterstützen und zu verteidigen. Daran habe er sich auch in jenem Moment gehalten, als er geheime Informationen an Dritte weitergab.

    ​„Immer wenn die Menschen gut informiert sind, können sie mit einer eigenen Regierung betraut werden“, zitieren die Autoren dabei Thomas Jefferson, einen der Gründungsväter Amerikas.

    Während die amerikanischen Bürger nun gut informiert seien, „verkümmert der Mann, der seine Freiheit im Interesse unserer besseren Selbstverwaltung riskierte, im Exil in Russland“. Die Aussicht auf eine Rückkehr in seine Heimat sei unmittelbar mit einem Gerichtsverfahren verbunden, dem eine öffentliche Interessensverteidigung entzogen werde, weswegen Snowden wahrscheinlich hinter Gittern landen würde.

    „Die Konflikte, die sich aus diesem Aufruf an eine höhere Behörde ergeben, sind in der Philosophie bekannt und in der Geschichte unbekannt: nämlich die Konflikte zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Vorstellungen von Wahrheit und zwischen dem, was angemessen, und dem, was legal ist“, heißt es in dem Brief.

    Snowden sei schweren Bedrängnissen ausgesetzt worden, als er in „die umfassenden, geheimen und oft illegalen Tätigkeiten der US-Regierung“ eingeweiht wurde.

    „Mit Snowdens Begnadigung und dessen Erlaubnis, frei in jenes Land zurückzukehren, das er liebt, würde Ihre Administration eine Botschaft an die Zukunft senden – dass sich Amerika weiterhin zu seiner demokratischen Verantwortung verpflichtet, und dass die Innovationen von morgen es nicht erlauben, die Verfassung zu biegen oder zu brechen, sondern einen stattdessen dazu verpflichten, sich ihnen anzupassen und die Rechte, die sie verleiht, zu stärken“, betonen die Autoren zum Schluss.

    Mitte September hatte Snowden in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian“ Obama vor dem Ende von dessen Amtszeit um Begnadigung gebeten. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International haben zudem eine Petition gestartet, um den Whistleblower in seiner Forderung zu unterstützen. Auch internationale Politiker wie Bernie Sanders und Hollywood-Stars wie Susan Sarandon und Daniel Radcliff haben sich öffentlich für eine Amnestie des Amerikaners ausgesprochen.

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    Tags:
    Begnadigung, Amnestie, The New York Times, Edward Snowden, Barack Obama, Russland, USA