SNA Radio
    Klassik der russischen Literatur

    "Propaganda"-Resolution: „Auch Tolstoi, Dostojewski, Tschechow verbieten“

    adistock
    Panorama
    Zum Kurzlink
    271554

    Das Vorgehen der EU-Parlamentarier, die am Mittwoch eine explizit auch gegen russische Medien gerichtete Medien-Resolution verabschiedeten, sei kurzsichtig und könne sich irgendwann gar ins Absurde verwandeln, wie der Sondergesandte des russischen Präsidenten für internationale Kulturkooperation, Michail Schwydkoj mitteilte.

    „Diese Resolution bedeutet die Anerkennung der Leistungsfähigkeit der russischen Institutionen. Aber sie ist sinnlos“, sagte Schwydkoj in einem Interview mit der russischen Zeitung „Iswestija“. „Die Tätigkeit aller dort genannten Medien und Organisationen wird durch internationale Abkommen und die Gesetzgebung der verschiedenen Staaten festgelegt. In der Regel bestehen derartige Dinge auf einer gegenseitigen Grundlage.“

    Im Falle beispielsweise der Schließung eines russischen Kultur- und Wissenschaftszentrums in einem der EU-Länder werde Moskau sicherlich ein ähnliches Zentrum des betreffenden Landes in Russland schließen. „Ist das gut für die Menschen? Sollten wir auch ähnliche Resolutionen verabschieden? (…) Das würde ich unseren Abgeordneten nicht empfehlen“, betonte Schwydkoj. Ausländische Institutionen seien für russische Bürger durchaus von Vorteil.

    „Derartige Resolutionen sind alberne Handlungen. Dann müsste man auch Tolstoi, Dostojewski und Tschechow verbieten, denn sie sind die ‘Hauptpropagandisten‘ russischer kultureller Werte“, schloss Schwydkoj.

    Das Europaparlament hatte am Mittwoch seinen Entwurf „Strategische Kommunikation der EU, um gegen sie gerichteter Propaganda von Dritten entgegenzuwirken“ verabschiedet. Darin wird Russland unterstellt, politische Parteien und andere Organisationen in der EU finanziell zu unterstützen – „mit der Absicht, den politischen Zusammenhalt zu schwächen“. Die Berichterstattung russischer Medien wie Sputnik oder RT wird in dem Entwurf mit Propaganda der islamistischen Terrororganisationen IS/Daesh und al-Qaida gleichgesetzt. Von den 691 Abgeordneten, die an der Abstimmung teilnahmen, stimmten 304 für die Resolution. Dagegen waren 179 Parlamentarier, 208 enthielten sich der Stimme.

    Der russische Präsident Wladimir Putin wies in seiner Stellungnahme auf die degradierte Demokratie-Vorstellung des Westens hin und gratulierte den Journalisten von Sputnik und RT zu ihrer „ergebnisreichen Arbeit“.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Propaganda“-Resolution des Europaparlaments ist Informationsverbrechen – Sacharowa
    „Propaganda-Resolution“ der EU: Internationale Solidarität erreicht russische Medien
    Nach Propaganda-Resolution: Sputnik und RT erwägen Klage bei EU-Gericht
    „EU unterdrückt Stimmen der Wahrheit“: Syrien empört über antirussische Resolution
    Tags:
    Verbot, Propaganda, Resolution, Leo Tolstoi, Fjodor Dostojewski, Russland