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17:22 19 Oktober 2019
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    Ex-Präsident der Ukraine will per Liveschaltung vor einem Kiewer Gericht aussagen

    Wie der Anwalt warnte: Janukowitschs Zeugenaussage vereitelt

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    Die für heutigen Mittag angesetzte Gerichtsverhandlung im Prozess zu den Todesschüssen auf dem Kiewer Maidan 2014 ist wegen einer Provokation der nationalistischen Organisation „Rechter Sektor“ auf Montag, den 28. November, vertagt worden, wie der Sender „112 Ukraine“ meldet.

    Die Angeklagten, Ex-Angehörige der Spezialeinheit „Berkut" des ukrainischen Innenministeriums, konnten demnach nicht aus einem Kiewer Gefängnis in das Gerichtsgebäude gebracht werden, weil Nationalisten den Eingang blockierten. Ohne die Angeklagten konnte die Gerichtsverhandlung nicht stattfinden.

    „Diese Ereignisse sind empörend. Man muss herausfinden, wem das nützt. Ich glaube, es gibt Angst, dass die Maidan-Verbrechen entlarvt werden. Diese Handlungen waren völlig außerhalb des Gesetzes“, sagte das ukrainische Ex-Staatsoberhaupt Viktor Janukowitsch gegenüber Journalisten in der russischen Stadt Rostow am Don.

    Er war dem Prozess hingegen rechtzeitig per Videokonferenz zugeschaltet und bereit, als Zeuge auszusagen. Die Verhandlung musste trotzdem auf kommenden Montag 12.00 Uhr MEZ vertagt werden. Der Ex-Präsident der Ukraine sagte zu.

    „Ich will alle Möglichkeiten der ukrainischen Gesetzgebung nutzen. Bis Montag werden wir herausfinden, wer die Gerichtsverhandlungen blockiert“, erklärte Janukowitsch weiter. Die Pressekonferenz am Freitag um 17.00 Uhr MEZ solle trotzdem stattfinden.

    Ein Kiewer Gericht hatte den Beschluss, Janukowitsch per Video-Konferenz zu vernehmen, gefasst, wobei die Staatsanwaltschaft Bedenken wegen möglicher technischer Störung äußerte.

    Die Ermittlung gegen Ex-Angehörige der Spezialeinheit „Berkut" des ukrainischen Innenministeriums ist eines von vielen Strafverfahren, die nach den Unruhen mit über 100 Todesopfern im Februar 2014 in Kiew eingeleitet worden waren.

    Anhänger der Eurointegration hatten am 21. November 2013 den Hauptplatz Kiews, den Maidan Nesaleschnosti, besetzt, nachdem die Aussetzung des Assoziierungsabkommens der Ukraine mit der EU bekanntgegeben worden war. Der Platz wurde später Zentrum von Konfrontationen zwischen Radikalen und Sicherheitskräften. Die blutigen Auseinandersetzungen forderten mehr als 100 Todesopfer. Die neuen Behörden in Kiew gaben Ex-Präsident Viktor Janukowitsch und der Spezialeinheit des Innenministeriums, „Berkut", die Schuld am Geschehen. Janukowitsch versicherte, er habe nicht befohlen, auf friedliche Protestteilnehmer zu schießen. Auch die Angehörigen von „Berkut" wiesen den Vorwurf zurück.

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    Tags:
    Provokation, Blockade, Gericht, Rechter Sektor, Viktor Janukowitsch, Russland, Ukraine