06:33 12 Dezember 2019
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    Litwinenko-Mord: Britischer Polonium-Experte begeht nach eigenem Fehler Suizid

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    Zehn Jahre nach dem rätselhaften Gifttod des russischen Ex-Geheimdienstlers Alexander Litwinenko in London hat sich ein britischer Radioaktivitäts-Experte, der dessen Leiche untersucht hatte, das Leben genommen. Nach Angaben der Zeitung „The Times“ lebte der Experte in letzter Zeit in ständiger Beunruhigung wegen eines von ihm begangenen Fehlers.

    Matthew Puncher wurde in seinem Haus tot aufgefunden. Der 46-Jährige erstach sich laut Behörden. Der Mann hatte beim britischen Atomforschungszentrum AERE in Harwell gearbeitet und an den Ermittlungen zu Litwinenkos Tod mitgewirkt. Er sollte unter anderem die Menge des radioaktiven Poloniums in der Leiche des Russen messen.

    Fünf Monate vor seinem Selbstmord hatte der Experte Russland besucht. Punchers Witwe gab an, ihr Mann habe sich wegen eines Fehlers schuldig gefühlt, der ihm bei einer Untersuchung unterlaufen sein soll. Nach der Russland-Reise sei seine Stimmung „völlig umgeschlagen“: „Ihm schien alles egal zu sein.“

    Alexander Litwinenko, Offizier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und sechs Jahre später gestorben. Laut britischen Experten wurde der 44-Jährige, der damals schon im Sold des britischen Geheimdienstes MI6 stand, mit radioaktivem Plutonium-210 vergiftet.
    Die britische Staatsanwaltschaft stellte einen Haftbefehl gegen den Russen Andrej Lugowoi aus, weil Litwinenko nach einem Treffen mit ihm erkrankt war. London forderte Russland auf, Lugowoi auszuliefern. Moskau lehnte die Auslieferung ab. Lugowoi bestreitet seine Schuld und sieht sich selbst als Opfer eines Gift-Anschlags. Der Fall Litwinenko hat die Beziehungen zwischen London und Moskau schwer belastet.

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