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    Globale Erderwärmung lässt Inseln im Arktischen Ozean verschwinden

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    Der Meeresspiegel steigt infolge der Erderwärmung unaufhaltsam an und verändert das Antlitz unserer Erde. An der Küste der Polarmeere geht meterweise Küstenland verloren, teilen russische Polarforscher von der Polytechnischen Universität Tomsk mit.

    „An den Landspitzen schreitet die Küstenerosion mit bis zu 20 bis 30 Metern pro Sommer voran“, sagt der Arktisforscher Igor Samoletow von der Polytechnischen Universität. „Dadurch verschwinden ganze Inseln. Unsere Großväter kannten sie noch als Inseln, heute sind sie nur noch Sandbänke“, erläutert der Professor. Innerhalb der letzten 2.000 Jahre seien 40 Kilometer Land durch Küstenerosion verschwunden.

    Besonders schnell gehe dieser Vorgang in der Laptew- und der Ostsibirischen See voran – in den Randmeeren des Arktischen Ozeans, so der Wissenschaftler weiter. Dieses Phänomen gehe mit Abweichungen im Klimazyklus einher: „Es ist bewiesen: Derzeit schmelzen die Gletscher, der Meeresspiegel steigt. Das Klima entwickelt sich eigentlich periodisch, von Erwärmung zur Abkühlung wieder zur Erwärmung. Heute erfährt diese regelmäßige Wiederkehr erstmals, seit es die Geologie gibt, einen Bruch. Wir müssten jetzt in einer Abkühlungsphase leben, doch die Durchschnittstemperatur steigt“, so der Polarforscher. 

    Die Erde damals und jetzt: Frappierende Veränderungen in NASA-Fotos

    Zudem haben die Forscher der Universität Tomsk bei ihrer Expedition in die Arktis entdeckt, dass im Zuge der Erderwärmung nicht nur die Gletscher schwinden, sondern auch das Unterwassereis. Dieser Eispanzer habe bislang zuverlässig den Austritt von Methan aus dem Meeresboden verhindert, sei inzwischen jedoch deutlich ausgedünnt. Deswegen würden große Mengen Methans in die Erdatmosphäre ausgestoßen, konstatieren die Wissenschaftler.

    Derzeit untersuchen die Arktisforscher, wie viel von den riesigen Methanvorräten, die im Sibirischen Festlandsockel lagern, durch die Eisschmelze in die Atmosphäre freigesetzt würden und welche Konsequenzen dies für das Weltklima hätte.

    Die Polytechnische Universität Tomsk ist eine der führenden Einrichtungen in der Arktisforschung. Die Tomsker Polarforscher kooperieren mit über 15 Hochschulen und Forschungsinstituten aus Russland, den USA, Skandinavien, Großbritannien und weiteren Ländern.

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    Polytechnische Universität Tomsk, Igor Samoletow, Arktis