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13:36 22 August 2019
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    „Medien auf transatlantischem Kurs“: Politexperte Schulze zu „Putins Polit-Trojanern“

    © REUTERS / Thomas Peter
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    In der jüngsten Studie der Washingtoner Denkfabrik „Atlantic Council“ wird auch der Politikwissenschaftler Peter Schulze von der Georg-August-Universität Göttingen namentlich als „trojanisches Pferd des Kremls“ erwähnt. In einem Interview mit Sputnik sagt der Experte, was er davon hält.

    Schulze hält es für „unsinnig“, dass er selbst zu „Putins Polit-Trojanern“ zählen soll. Er sei rund zehn Jahre in Russland als Repräsentant der Friedrich-Ebert-Stiftung tätig gewesen und habe sich einfach für die Beziehungen und ein Vertrauensverhältnis zwischen den russischen und deutschen Experten und Politikern eingesetzt.

    Hätte hingegen ein russischer Thinktank eine Studie herausgebracht, in der Bundeskanzlerin Angela Merkel als pro-amerikanisch bezeichnet würde, hätte es keinen Aufschrei gegeben, denn die Medien seien „auf den transatlantischen Kurs eingeschworen“, so Schulze. Dies sei auch bei der Berichterstattung zu Barack Obamas Abschiedsbesuch in Berlin bemerkbar gewesen.

    Dass selbst Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier heftig kritisiert wird, sobald es um Russland geht, sieht Schulze als Doppelmoral: „Auf der einen Seite wird jetzt immer das Mantra von den Hardlinern vorgetragen, ein Frieden und das Gedeihen (…) von Europa ist nicht möglich ohne Russland, oder gegen Russland, aber auf der anderen Seite machen sie genau das Gegenteil: Sie versuchen Russland aus Europa wegzudrängen, an den Rand von Europa zu drängen“, so Schulze.

    „Mein Interesse ist das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland oder zwischen Europa und Russland wieder so auf eine moderate, pragmatische und interessensgeleitete Schiene zu bringen, dass wir gedeihlich und partnerschaftlich miteinander auskommen“, betont der Politexperte.

    Die US-amerikanische Denkfabrik „Atlantic Council“ spricht in ihrer jüngsten gleichnamigen Studie von „trojanischen Pferden des Kremls“. Neben Peter Schulze werden auch Sigmar Gabriel, Sahra Wagenknecht, Matthias Platzeck und Alexander Gauland erwähnt. Der Kreml nutze angeblich diese trojanischen Pferde, „um Europas Politik so effektiv zu destabilisieren, dass sogar Russlands begrenzte Macht ein entscheidender Faktor in Sachen europäischer und internationaler Sicherheit werden könnte“, heißt es in der Studie.

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    Tags:
    Trojaner, Kreml, Atlantic Council, Friedrich-Ebert-Stiftung, Peter Schulze, Frank-Walter Steinmeier, Angela Merkel, Barack Obama, Europa, Deutschland, Russland