20:36 24 September 2020
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    Drohnen: Es macht Spaß, sie zu steuern, aber sie können auch Betriebsgeheimnisse ausspionieren, Netzwerke lahmlegen, Drogen und Waffen in Gefängnisse schmuggeln oder gar Terroranschläge verüben. Genau gegen diese Gefahren bietet Dedrone ein Abwehrsystem.

    Die Drohnen erobern immer mehr Bereiche in unserem Leben. Aber das ist nicht immer erwünscht und manchmal sogar gefährlich. Das deutsche Startup Dedrone aus Kassel will unerwünschte Drohnen in ihre Grenzen weisen. Friederike Nielsen aus dem Bereich Marketing und Kommunikation bei Dedrone hat in einem Sputnik-Interview mit Valentin Raskatov über die verwendete Technologie und deren Einsatzbereiche erzählt.

    „Die Idee zu Dedrone ist schon 2013 entstanden“, berichtet Nielsen, „Da gab es einen Zwischenfall, der unseren Gründern die Idee gegeben hat. Und zwar hat die Frau Merkel damals im Wahlkampf auf dem Dresdner Neumarkt eine Rede gehalten und eine kleine Drohne ist erst über der Menge geflogen und dann ist sie direkt vor die Kanzlerin geflogen und ist ihr dann ungefähr in zwei Metern Abstand vor die Füße gestürzt.“

    „Die Personenschützer standen da eher ratlos rum und keiner hat was gemacht. Frau Merkel hat noch gelächelt“, erzählt Nielsen weiter, „Und unsere Gründer haben das gesehen und gedacht: Mensch, wenn unter der Drohne eine Waffe gewesen wäre oder Sprengstoff oder sie auch nur direkt auf Frau Merkel gestürzt wäre, dann hätte das schlimme Folgen haben können.“

    Zu der verwendeten Technologie sagt Nielsen: „Der Kern unseres Produktes ist eine intelligente Software, die in der Lage ist Drohnen zu erkennen. Das tun wir mit verschiedenen Sensoren. In diese Softwareplattform können verschiedene Sensoren mit eingeschaltet werden wie Videosensoren oder Frequenzsensoren oder Mikrophone. Die beobachten die ganze Zeit den Himmel und sobald eine Drohne erkannt wird, wird Alarm ausgegeben. Es ist im Grunde eine Alarmanlage für den Himmel."

    Dedrone
    © Foto : Dedrone
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    Die Einsatzgebiete sind dabei vielfältig und beginnen bei der Industrie: "Wir haben sehr viele Kunden aus dem Bereich der Industrie, die sich zum Beispiel vor Spionage schützen wollen. Drohnen, mit den entsprechenden hochauflösenden Kameras ausgestattet, sind ja in der Lage Betriebsgeheimnisse auszuspionieren, sie können sich in WLAN-Netzwerke einhacken, können aber auch Netzwerke sabotieren. Besonders Rechenzentren sind hier sehr aufmerksam geworden, weil sie sehr empfindlich sind.“

    Aber in vielen Bereichen stellen Drohnen auch eine reale Gefahr für die Sicherheit dar. „Gefängnisse sind sehr alarmiert im Moment, weil immer mehr Drohnen genutzt werden, um Waffen oder auch Drogen in Gefängnisse zu schmuggeln“, erklärt Friederike Nielsen, „Die fliegen einfach über die hohen Zäune drüber und werfen ihre Ladung in den Höfen ab oder fliegen direkt an die Zellenfenster. Es gibt Flughäfen, die das System nutzen. Nicht nur, um Start und Landung zu schützen, sondern auch, um zu verhindern, dass Waffen oder andere illegale Gegenstände über den Zaun geschmuggelt werden.“

    Dedrone
    © Foto : Dedrone
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    Und last but not least gilt es auch Privatsphäre und Sicherheit von Prominenten zu gewährleisten. „Auch bekannte Persönlichkeiten, die nicht Opfer von Paparazzi werden möchten, gehören zum Kundenkreis. Wir haben jetzt beispielsweise während der Olympischen Spiele das private Anwesen der königlichen Familie von Katar geschützt. Wir haben auch beide TV-Duelle vom September und Oktober dieses Jahres von Hillary Clinton und Donald Trump überwacht."

    Auf die Privatperson ist diese Technologie allerdings derzeit nicht gemünzt, denn alleine ein Multisensor kostet bereits 7.000 Euro.

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    Tags:
    Drohnen, Dedrone, Deutschland