02:23 21 April 2019
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    Haben britische Steuerzahler Paris- und Brüssel-Attentate mitfinanziert?

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    Die mutmaßlichen Paris- und Brüssel-Attentäter haben britische Sozialhilfezahlungen für die Unterstützung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS, Daesh) benutzt. Dies berichtet die britische Zeitung „The Daily Telegraph“ unter Berufung auf eine Gerichtsanhörung.

    So sei Mohammed Abrini, der dritte Attentäter vom Brüsseler Flughafen Zaventem, noch vor den Anschlägen in Frankreich im Auftrag seines Komplizen Abdelhamid Abaaoud, dem Drahtzieher der Pariser Anschläge, nach Großbritannien gereist. Im britischen Birmingham seien ihm im Juli 2015 von zwei Männern 3.000 Pfund (umgerechnet 3.500 Euro) übergeben worden.

    Einer der beiden Männer sei der 26-Jährige Zakaria Bouffassil aus Birmingham, der ebenfalls zuvor in Belgien gelebt haben soll. Bouffassil wird zur Last gelegt, Geld vom Bankkonto eines gewissen Anouar Haddouchi abgehoben und Abrini übergeben zu haben. Der Kontoinhaber Haddouchi habe einen belgischen Pass besessen und mit seiner Frau in den britischen West Midlands gelebt.

    Obwohl Haddouchi zu dieser Zeit schon längst nach Syrien gezogen sein und sich dem IS angeschlossen haben soll, seien auf sein Konto Tausende Pfund an Sozialhilfe überwiesen worden. Insgesamt sollen Terrorverdächtige während seiner Abwesenheit bis zu 7.000 Pfund (etwa 8.200 Euro) abgehoben haben. Das Geld sei dann teilweise für den eigenen Gebrauch verwendet und teilweise weiter nach Syrien überwiesen worden.

    Es gebe allerdings keine direkten Indizien dafür, dass die Terroristen diese Finanzmittel unmittelbar für die Vorbereitung der Anschläge in Europa eingesetzt hätten.

    Im August hatte die belgische und französische Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass mindestens fünf Attentäter der Anschläge von Brüssel und Paris in Belgien Sozialhilfe bezogen haben. Die Gesamtsumme der Beihilfen soll über 50.000 Euro betragen haben. Die letzten Zahlungen seien etwa drei Wochen vor den Anschlägen auf den Konten der Terroristen eingegangen.

    Allein Salah Abdeslam, Hauptverdächtiger der Pariser Terroranschläge, soll insgesamt 21.000 Euro von den belgischen Behörden erhalten haben, obwohl er per Gesetz gar kein Recht auf Beihilfe gehabt hätte. Nach Einschätzung der Behörden kosteten die Anschläge in Paris die Terroristen weniger als 30.000 Euro, das Blutbad in Brüssel gar nur etwa 3.000 Euro.

    Bei den Anschlägen auf den Flughafen und die U-Bahn in Brüssel waren am 22. März 32 Menschen getötet und rund 340 verletzt worden. Zwei Bomben explodierten am Brüsseler Flughafen, eine weitere in der U-Bahnstation Maelbeek in der Nähe des EU-Viertels. Zu den Anschlägen bekannte sich der IS, der weite Gebiete im Irak und in Syrien kontrolliert.

    Am 13. November hatten drei Terroristengruppen Paris attackiert. Bei den Explosionen am Stadion Stade de France, einer Massengeiselnahme in der Konzerthalle Bataclan und Schüssen auf mehrere Cafés waren mehr als 130 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 350 weitere wurden verletzt. Zu der größten Terrorattacke in der Geschichte Frankreichs bekannten sich ebenso die Dschihadisten des IS.

    Zuvor war berichtet worden, dass schwedische Behörden einem bekennenden IS-Terroristen monatelang Sozialhilfe überwiesen haben, obwohl er mit seiner Frau und vier Kleinkindern seit 2014 in der IS-Hochburg Rakka lebe.

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    Terrormiliz Daesh, Abdelhamid Abaaoud, Mohammed Abrini, Paris, Großbritannien, Belgien, Frankreich, Syrien