07:27 21 November 2017
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    Taxi-App für Sammelfahrten

    Uber, ade? Taxibranche ruft Taxi-App für Sammelfahrten ins Leben

    © Foto: SHÄRE GmbH
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    Carsharing-Dienste wie Uber und Wundercar haben den Taxis viele Fahrgäste abgenommen. Nun hat die Taxibranche geantwortet und zwar in Form der App SHÄRE, die Sammelfahrten mit dem Taxi ermöglicht. Im Gegensatz zu Uber und Co. hat hier allerdings der Kunde die Fahrt komplett in der Hand.

    Die Taxibranche hat mit dem Aufkommen von Mitfahrgelegenheiten schwer zu kämpfen gehabt. Das liegt an dem einfachen Umstand, dass selbstorganisiertes Carsharing den Preis enorm senkt. Ein besonderer Schrecken war da vor allem das Aufkommen von Uber und Wundercar, die fast eine Parallelbranche aus privaten Fahrern geschaffen hätten – wenn nicht das deutsche Recht das verboten hätte. Ohne Genehmigung zur Personenbeförderung keine professionellen Fahrer. Fahrer des Dienstes müssen demnach genauso wie Taxifahrer eine Lizenz erwerben.

    Nun hat aber auch die Taxibranche geantwortet und die SHÄRE-App lanciert. In einem Sputnik-Interview hat sich David Baus, Mitgründer und Managing Direktor von SHÄRE GmbH, über die neue App mit dem Sputnik-Korrespondenten Valentin Raskatov unterhalten.

    Zur Funktionsweise sagt Baus: „Die App funktioniert ganz einfach. Man muss sie nur öffnen und seinen gewünschten Zielort eingeben —  und schon bekommt man Vorschläge, mit wem man sich das Taxi denn teilen und so Kosten einsparen könnte. Über die App kann man dann die Fahrt mit dem Mitfahrer zusammen buchen und gemeinsam die Reise antreten. Start- und Zielpunkt der Reisenden müssen dabei nicht identisch sein, es reicht, dass sich die Strecken überschneiden. Kleine Umwege sind natürlich erlaubt.“

    Taxi-App für Sammelfahrten
    © Foto: SHÄRE GmbH
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    Und wer zahlt jetzt wie viel? „Die App berechnet die Taxipreise“, erklärt Baus. „Sie berechnet auch die anteiligen Taxipreise und es wird alles digital über die App abgerechnet. Der jeweilige Anteil hängt davon ab, welche Strecke man mitfährt.“

    Aber im Gegensatz zu gängigen Carsharing-Modellen man muss nicht notorisch jeden aufgabeln, der mitfahren möchte. „Der Kunde entscheidet, ob er jemanden mitnimmt oder nicht. Sprich, man würde dann eine Anfrage bekommen, dass der Max Mustermann bei einem mitfahren möchte. Das würde vier Minuten Umweg bedeuten, man würde dadurch aber 15 Euro sparen. Dann kann man selbst entscheiden, ob man das will oder nicht. Das ist unser Sharing-Ansatz, dass es bei jeder Fahrt einen Captain gibt und der Rest sind Passagiere und der Captain hat eben den Hut auf“, so Baus. „Bei UberPool hingegen entscheidet das System. Man geht vorher die Wette ein und bezahlt etwas weniger, dann weiß man aber nicht, wer bei einem mit einsteigt und wie lang der Umweg sein wird. Man hat darauf keinen Einfluss.“

    Taxi-App für Sammelfahrten
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    Ob man mit der App an die Carsharing-Dienste rankommt? „Preislich ist es ja so, dass Uber hier in Deutschland zum Taxipreis fährt, es ist nicht bedeutend günstiger“, erklärt Baus. „In anderen Ländern, wo die Regularien nicht so streng sind, kann man mit UberPop natürlich sehr günstig fahren. Wundercar wieder geht in die Richtung von UberPop und ist damit in Deutschland gar nicht legal.“ Also Taxifahrten zu ähnlich günstigen Preisen, aber nur, wenn auch genug Leute mitfahren – und der Kunde sie mitnehmen will.

    Tags:
    Taxi, SHÄRE GmbH
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