01:46 20 Oktober 2017
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    Stand auf einem Weihnachtsmarkt

    Kein Weihnachtsgeld für Muslime, die mit Weihnachten ein Problem haben? Netz empört

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    In einer Facebook-Umfrage haben die Freiheitlichen Arbeitnehmer Oberösterreichs das Weihnachtsgeld (13. Monatsgehalt in Österreich) für Muslime in Frage gestellt. Die Abstimmung sorgte für große Aufregung im Internet.

    Die Arbeitnehmer der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) haben vor einigen Tagen auf ihrer Facebook-Seite eine Umfrage unter dem Titel „Ist Weihnachtsgeld für Moslems ein Widerspruch?“ durchführt, in der es hieß: „Bald gibt es wieder Weihnachtsgeld. Auch für Moslems, die christliche Feste und Bräuche ablehnen. Wie findet ihr das?“

    Die User konnten folgende Antworten wählen: „Weihnachtsgeld sollte jedem zustehen, der bei uns arbeitet“ und „Sonst sind sie auch gegen alle christlichen Bräuche, dann sollen sie auch auf das Weihnachtsgeld verzichten.“

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    Bis die umstrittene Umfrage nach einem Shitstorm in den Kommentaren gelöscht wurde, haben nach Angaben des „Humanistischen Pressedienstes“ rund 700 Menschen abgestimmt, wobei sich nur etwa 120 dafür ausgesprochen hätten, dass auch Muslime Weihnachtsgeld erhalten sollen.

    "Wir wollten eine Diskussion anstoßen. Es geht darum, die Doppelmoral aufzuzeigen: Mit dem Wort Weihnachten haben viele Moslems sonst ein Problem“, erklärt der Landesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer, AK-Vorstand Gerhard Knoll, gegenüber Der Standard. „Da wird dann diskutiert, ob man etwa die Weihnachtsmärkte nicht in Wintermärkte umbenennen soll. So etwas ärgert viele – als Voest-Betriebsrat weiß ich das. Und beim Weihnachtsgeld hat man plötzlich unter den Moslems kein Problem mit dem Wort 'Weihnachten'."

    Das 13. Gehalt ist in Österreich eine kollektivvertraglich geregelte Zusatzzahlung und wurde ursprünglich dazu eingeführt, die Kaufkraft der Menschen in der Vorweihnachtszeit anzuheben.

    Tags:
    Weihnachten, Islam, Österreich
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