19:27 23 Februar 2017
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    Flüchtlinge im Mittelmeer

    Schwimmen wie echte Flüchtlinge: Aufregung um „BBA-Überlebenskurse“

    © AP Photo/ Santi Palacios
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    Migrationsproblem in Europa (1246)
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    Ein pünktlich zum Bundespresseball erschienener Beitrag über spezielle Schwimmkurse für Flüchtlinge hat unter Journalisten für heftige Diskussionen im Netz gesorgt, wie deutsche Medien berichten. Nun entschuldigt sich der Vorstand der Bundespressekonferenz.

    Im Almanach zum jährlichen Treff für Presse und Politik bietet demnach die „Bundesbade-Agentur BBA“ unter anderem einen auf drei Seiten präsentierten „Schwimmkurs für Flüchtlinge“. Dazu gehörten offenbar „Baby-Flüchtlingsschwimmen (ab 3 Monate)“, „Vorschul-Flüchtlingsschwimmen (ab 3 Jahre)“ oder auch die Vorbereitung zum „Refugiums-Flüchtlingsseepferdchen“. In einem Text heißt es, die Kurse würden richtiges Überlebensschwimmen trainieren, „mit Festhalten an Treibgut, Tauchen bei hohem Wellengang, Springen vom Schlauchbootrand und Atemtechniken bei Nacht und Kälte.“ Eine Karte zeige dazu das Mittelmeer als Schwimmschule.

    Diese Satire-Aktion wurde bei Twitter stark kritisiert.

    „Menschenverachtend“ nennt sie der Journalist Robert Roßmann von der „Süddeutschen Zeitung“:

    ​Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter meint:

    ​​Es gab aber Verteidiger dieser Aktion:

    ​Der Vorstand der Bundespressekonferenz soll dann am Mittwochnachmittag um Entschuldigung gebeten haben. Er bedauere, dass mit diesem Beitrag Wertvorstellungen und Gefühle verletzt worden seien.

    Der Almanach war am Wochenende im Rahmen des 65. Bundespresseballs präsentiert worden, an dem auch der deutsche Präsident Joachim Gauck teilgenommen hatte.

    Der Satire-Almanach erscheint jährlich seit 1951.

    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1246)

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    Tags:
    Migranten, Mittelmeer, Deutschland
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    Alle Kommentare

    • Ullrich Heinrich
      Ich verstehe die Aufregung nur bedingt. Und im Übrigen ist es neben guter Satire auch eine Überlebenshilfe...
    • Ich bins halt.
      Satire ist Satire,keiner hat sich aufgeregt ,als gegen den Mohammed gehetzt wurde.
    • sanpodon
      Altes deutsches Sprichwort:

      Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!

      Damit ein Klima entstehen kann, in welchem in das Verfassen von derart niederträchtigem Müll Zeit und Energie aufgebracht wird und offenbar gar amüsierte Zustimmung erwartet wird, bedarf es genau jenes völlig umgedrehten "Wertesystems" das Madame Merkel aktiv installiert hat.

      Sie ist es schließlich, die sich ohne Zustimmung der Deutschen als Führerin in die Nato-Angriffskriege betätigt und gleichzeitig mit infantil süßer Unschuldsstimme christliche Werte flötet.

      Freilich geht sie dabei wesentlich perfider und subtiler, aber auch viel effizienter(!) vor als der erbärmliche Autor dieser menschenverachtenden Zeilen, die (wieder einmal!) mit der Literaturgattung "Satire" nichts zu tun haben.

      Die deutsche Blockflöte schafft es noch immer tagtäglich routiniert und ungeniert, ihre in jeder Hinsicht verachtenswerte Einladung zum Tod im Meer als "Barmherzigkeit" zu verkaufen, denn immerhin entstand dadurch für Millionen die Chance, dem von ihr tatkräftig unterstützten Flammenmeer der Ressourcenkriege zu entrinnen.

      Das Verbrechen des werteamputierten Verfassers ist die logische Folge der erfolgreichen Werteamputation durch seine mit ungleich größerer Schuld beladene Kanzlerin!
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