16:08 28 Juni 2017
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    Flüchtlinge im Mittelmeer

    Schwimmen wie echte Flüchtlinge: Aufregung um „BBA-Überlebenskurse“

    © AP Photo/ Santi Palacios
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    Migrationsproblem in Europa (1276)
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    Ein pünktlich zum Bundespresseball erschienener Beitrag über spezielle Schwimmkurse für Flüchtlinge hat unter Journalisten für heftige Diskussionen im Netz gesorgt, wie deutsche Medien berichten. Nun entschuldigt sich der Vorstand der Bundespressekonferenz.

    Im Almanach zum jährlichen Treff für Presse und Politik bietet demnach die „Bundesbade-Agentur BBA“ unter anderem einen auf drei Seiten präsentierten „Schwimmkurs für Flüchtlinge“. Dazu gehörten offenbar „Baby-Flüchtlingsschwimmen (ab 3 Monate)“, „Vorschul-Flüchtlingsschwimmen (ab 3 Jahre)“ oder auch die Vorbereitung zum „Refugiums-Flüchtlingsseepferdchen“. In einem Text heißt es, die Kurse würden richtiges Überlebensschwimmen trainieren, „mit Festhalten an Treibgut, Tauchen bei hohem Wellengang, Springen vom Schlauchbootrand und Atemtechniken bei Nacht und Kälte.“ Eine Karte zeige dazu das Mittelmeer als Schwimmschule.

    Diese Satire-Aktion wurde bei Twitter stark kritisiert.

    „Menschenverachtend“ nennt sie der Journalist Robert Roßmann von der „Süddeutschen Zeitung“:

    ​Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter meint:

    ​​Es gab aber Verteidiger dieser Aktion:

    ​Der Vorstand der Bundespressekonferenz soll dann am Mittwochnachmittag um Entschuldigung gebeten haben. Er bedauere, dass mit diesem Beitrag Wertvorstellungen und Gefühle verletzt worden seien.

    Der Almanach war am Wochenende im Rahmen des 65. Bundespresseballs präsentiert worden, an dem auch der deutsche Präsident Joachim Gauck teilgenommen hatte.

    Der Satire-Almanach erscheint jährlich seit 1951.

    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1276)

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    Tags:
    Migranten, Mittelmeer, Deutschland
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