18:31 29 Januar 2020
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    Mit 46 Prozent hält fast die Hälfte der Amerikaner das Foltern von feindlichen Gefangenen für akzeptabel. Das hat die vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) durchgeführte Umfrage „Menschen im Krieg“ ergeben.

    Nur 30 Prozent der Befragten in Amerika traten klar gegen eine solche Praxis auf. 24 Prozent konnten die Frage nicht beantworten.    

    In Nigeria und Israel lag die Zahl der Anhänger der Folter (70 Prozent bzw. 50 Prozent) besonders deutlich über der der Gegner. In Russland hielten laut der Umfrage nur 30 Prozent der Befragten das Foltern von feindlichen Gefangenen für zulässig. 

    Auf die Frage des Roten Kreuzes, ob Kranke und Verletzte bei bewaffneten Konflikten berechtigt seien, mit medizinischer Hilfe zu rechnen, antworteten etwa 83 Prozent der Ukrainer und 62 Prozent der Russen bejahend.

    In einigen Nahost-Staaten, zum Beispiel im Jemen, in Afghanistan und Syrien, sprachen sich ebenfalls die meisten Befragten für das Recht auf medizinische Hilfeleistungen aus. In den USA unterstützten allerdings nur 49 Prozent, im Irak mit 42 sogar noch weniger.

    Die Umfrage wurde von Juni bis September 2016 durchgeführt. Befragt wurden mehr als 17.000 Menschen aus 16 Ländern. Die erste dieser Umfrage war im Jahr 1999 abgehalten worden.

    Wie Obamas stellvertretender Sicherheitsberater Ben Rods gegenüber Journalisten sagte, wird sich US-Präsident Barack Obama bei einer letzten Rede zur nationalen Sicherheit im Bundesstaat Florida ausdrücklich gegen die zuvor von den Geheimdiensten verwendeten Folter-Formen äußern.

    „Im Kontext der Rhetorik, die wie in den vergangenen Jahren gehört haben, wird er betonen, dass uns keinesfalls der Umstand stören wird, dass es bei uns solche Verhörmethoden wie  Vortäuschung des Ertrinkens nicht gibt. Im Gegenteil würde uns dies stärken, weil andere Länder mit uns (im Anti-Terror-Kampf – Anm. d. Red.) zusammenarbeiten wollen“, sagte Rods.      

    Bei seinem Wahlkampf hatte sich der designierte US-Präsident Donald Trump mehrmals für eine Wiedereinführung der berüchtigten, gegenwärtig verbotenen Verhörmethode im Kampf gegen Terroristen – das Waterboarding – ausgesprochen. Zudem hatte er neue, härtere Verhörmethoden zugesagt. Die scheidende US-Administration sowie eine Reihe von Gesellschafts- und Menschenrechtsorganisationen hatten Trump dafür scharf kritisiert.   

    Trump siegte am 8. November gegen die Demokraten-Kandidatin Hillary Clinton bei den US-Präsidentschaftswahlen. Für den 20. Januar ist sein offizieller Amtsantritt angesetzt.

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    Tags:
    Anti-Terror-Kampf, Foltern, Umfrage, Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), Hillary Clinton, Donald Trump, Barack Obama, Ben Rods, Syrien, Afghanistan, Jemen, Ukraine, Russland, USA