15:37 21 November 2019
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    Flughafen Köln / Bonn (Archivbild)

    Erdogan droht mit Konsequenzen - für in Köln festgehaltene Parlaments-Vizepräsidentin

    © AFP 2019 / Henning Kaiser
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    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die deutschen Behörden wegen des Festhaltens der Vize-Präsidentin des türkischen Parlaments, Ayse Nur Bahcekapılı, am Flughafen Köln-Bonn scharf kritisiert, den deutschen Botschafter einbestellt und mit Gegenmaßnahmen gedroht.

    Zuvor war Bahcekapılı auf dem Rückweg in die Türkei 45 Minuten lang in Köln festgehalten worden, weil die Polizei ihr vorläufiges Personaldokument für ungültig gehalten hatte. Das Dokument war im türkischen Konsulat ausgestellt worden, nachdem ihre Tasche mit dem Diplomatenpass in Köln gestohlen worden war.

    „Sie nehmen Terroristen auf und bringen sie unter, die Vize-Präsidentin des Parlaments dieses Landes halten sie aber für einige Stunden im Flughafen auf. Sollten wir nicht dasselbe mit ihnen tun? Und dann nennen sie Erdogan einen Diktator. Werden keine erforderlichen Maßnahmen gegenüber den beteiligten Beamten getroffen, wird die Türkei genauso reagieren", sagte Erdogan bei einem Auftritt vor den Leitern von Gemeindeverwaltungen in Ankara.

    Das türkische Parlament hat die Vorgehensweise der deutschen Behörden verurteilt. „Solche Handlungen gegenüber der Vize-Präsidentin der Großen Nationalversammlung der Türkei sind unannehmbar", heißt es in einer entsprechenden Erklärung.

    Außerdem wurde der deutsche Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, ins Außenministerium in Ankara einbestellt, wie es aus diplomatischen Quellen hieß.

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    türkisches Außenministerium, Martin Erdmann, Recep Tayyip Erdogan, Köln, Türkei, Deutschland