06:23 18 Februar 2018
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    The Washington Post

    Führende US-Zeitung gerät in Skandal nach beweislosen Vorwürfen gegen Moskau

    © AFP 2018/ Saul Loeb
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    „The Washington Post“ hat behauptet, US-Internetportale hätten Russland geholfen, Fake-Nachrichten während des US-Wahlkampfs zu verbreiten. Eine der Seiten wehrt sich dagegen und droht der Tageszeitung mit einer Verleumdungsklage. Nun hat das Blatt selbst eingeräumt, man sei sich über die Zuverlässigkeit des Berichts nicht sicher.

    US-amerikanische Nachrichtenportale hätten der russischen Regierung geholfen, Falschmeldungen zugunsten von Donald Trump zu verbreiten und „den Glauben an die amerikanische Demokratie zu untergraben“, berichteteThe Washington Post“ (WP) am 24. November. Dabei habe das Tagesblatt 200 Internetportale aufgelistet.

    Der Anwalt eines dieser Nachrichtenportale, und zwar Naked Capitalism, habe die Zeitung inzwischen aufgefordert, binnen drei Tagen den Artikel aus dem Netz zu löschen und sich öffentlich wegen Verbreitung falscher Informationen zu entschuldigen.

    Mit seinen Forderungen ist Naked Capitalism nicht allein. Zwei Tage nach der Veröffentlichung des Artikels bei WP hat das Internetportal The Intercept die von der Zeitung zu Rate gezogenen Experten unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: „The Washington Post“ wirbt für eine schwarze Liste in besten McCarthy-Traditionen, die aus der Feder einer neuen, geheimen und äußerst verdächtigen Organisation stammen.

    In einem Artikel vom 28. November bezeichnete auch das berüchtigte Musikmagazin „Rolling Stone“ die schwarze Liste von WP als „unwürdig und widerlich“. Die Quelle, auf die sich die Zeitung berufen hatte, sei sehr fragwürdig.

    Konkret handle es sich dabei um eine „mysteriöse“ Organisation namens PropOrNot, die anscheinend erst seit einigen Monaten existiere. Zu dieser Organisation hatte WP unter anderem überhaupt keine Informationen angegeben. Für die Zeitung scheine PropOrNot aber anscheinend glaubwürdig genug zu sein, um einer ganzen Liste von Medien dermaßen ernsthafte Vorwürfe zu machen. Diese Geschichte habe „kein Analogon in modernen Zeiten“ und stürze alte Medien auf einen Eisberg, hieß es seitens „Rolling Stone“.

    Inzwischen hat WP bereits eingeräumt, die Zeitung könne nicht versichern, dass die verbreiteten Informationen über angebliche russische Einmischung in amerikanische Medien zuverlässig seien.

    „The (Washington) Post hat keine Seiten angegeben und kann die Berechtigung zu den Schlussfolgerungen von PropOrNot in Bezug auf sämtliche konkrete Medien nicht garantieren. Der Artikel hat auch keine Behauptungen angenommen“, distanzierte sich ein WP-Redakteur vom Originalartikel.

    Einige mutmaßliche Fake-Nachrichten wurden laut dem WP-Bericht auch von den russischen Auslandsmedien Sputnik und RT veröffentlicht. RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan betonte im Interview mit dem US-Sender CNN:

    „RT hat sich niemals an solchen Aktivitäten beteiligt, und anscheinend konnte die ‚Washington Post‘ aus diesem Grund keinen einzigen Beweis liefern“. Dabei betonte Simonjan, die Zeitung habe nicht einmal RT für einen Kommentar kontaktiert.

    Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, die Vereinigten Staaten würden aus Russland ein Feindbild machen, um dieses dann im Wahlkampf einzusetzen. Damit wolle man die Öffentlichkeit von den inneren Problemen der USA ablenken, so der russische Staatschef.

    „Im US-Wahlkampf werden die russisch-amerikanischen Beziehungen geopfert. Sie werden zerstört“, erläuterte Putin damals. Dabei wolle Russland keine Konfrontation mit den Vereinigten Staaten, doch liege es bei den amerikanischen Partnern, diese Wahl zu treffen.

     

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    Tags:
    US-Präsidentschaftswahl 2016, RT, Rolling Stone, Washington Post, Sputnik, Donald Trump, USA, Russland
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