11:36 18 Februar 2018
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    „Unsittliche“ Instagram-Fotos: Iranische Models müssen für Jahre ins Gefängnis

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    Im Iran sind acht Frauen und vier Männer wegen „Popularisierung von Prostitution und westlicher Unzucht“ zu Haftstrafen von fünf Monaten bis sechs Jahren verurteilt worden, wie France24 berichtet.

    Nach Ansicht der iranischen Richter veröffentlichten die Models „übertrieben freizügige“ Bilder in ihren Instagram-Accounts mit dem Ziel, Muslime „zu moralischem Verfall“ zu bringen. Die Richter wiesen darauf hin, dass sich die Frauen ohne jegliche Verschleierung fotografieren ließen und die Männer sich unsittlich präsentiert hätten.

     

     

    Das Urteil wurde France24 zufolge bereits am vergangen Montag gefällt, die Nachricht sei jedoch erst heute von den Medien aufgegriffen worden. Laut dem Anwalt Mahmud Tarawat wurden die Models nicht nur zu Haftstrafen verurteilt, sondern dürfen jetzt nicht mehr in der Mode-Branche arbeiten. Die Verurteilten dürfen zudem auch innerhalb von zwei Jahren nach dem Ende der Gefängnisstrafe nicht ins Ausland fahren.

    Im vergangenen März hatten die iranischen Ordnungshüter die Operation „Spinne-2“ gestartet, bei der 170 Menschen wegen Vorwürfen eines „unsittlichen Verhaltens“ festgenommen wurden. Sie sollen Medien zufolge ebenfalls zu Haftstrafen verurteilt worden sein.

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    Tags:
    Urteil, Instagram, Models, Gefängnis, Iran
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