22:37 12 Dezember 2017
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    Menschen im zerstörten Aleppo

    Türkische Journalistin: Keine Gräueltaten in Aleppo

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    Die türkische Journalistin Hediye Levent, die zurzeit in Damaskus tätig ist, hat in einem Interview für Sputnik Berichte der westlichen Medien über Racheakte der syrischen Regierungsarmee und angebliche massenhafte Tötungen von Zivilisten zurückgewiesen.

    In jedem Krieg, ohne Ausnahmen, gebe es Fälle, bei denen Zivilisten ums Leben kämen, sagte Levent. In Bezug auf Aleppo aber könne die Rede nicht von „Massentötungen von Zivilisten" sein.  

    „Es gibt zwar Menschen in Aleppo, die bewaffnete Gruppierungen, darunter auch Dschihadisten, unterstützen, für sie wird aber zurzeit ein Plan zur Evakuierung  durch die Einrichtung eines Fluchtkorridors entwickelt.  Gleichzeitig, laut den Aufnahmen, die aus Aleppo  kommen, und den Erzählungen meiner  Freunde und Bekannten, die sich dort aufhalten, fühlen die Stadtbewohner  eine  große Erleichterung  im Zusammenhang mit der Befreiung.  Denn bisher war die Stadt in zwei Teile geteilt, Angriffe und Zusammenstöße fanden regelmäßig statt.  Mit einem Wort: Von Gräueltaten und  massenhaften Tötungen  von Zivilisten in Aleppo kann nicht die Rede sein".

    Außerdem verwies Levent auf einen weiteren wichtigen Faktor. Nach dem religiösen Glaubensbekenntnis seien die meisten Soldaten, die an dem Militäreinsatz zur Befreiung von Aleppo teilnähmen, Sunniten. Sunnitisch seien, einer weit verbreiteten Meinung zum Trotz, eigentlich die meisten Soldaten der syrischen Regierungsarmee.

    „In diesem Zusammenhang  erweisen sich die Behauptungen, die wir hören, dass syrische Soldaten in Aleppo Sunniten wegen deren Religion angeblich töteten, als unlogisch und unbegründet", so Levent. 

    Man spreche oft von einer religiös bedingten Spaltung in Syrien, jedoch gebe es keine in der syrischen Armee, betonte sie. „Wenn eine ähnliche Situation tatsächlich bestehen würde, könnte die heutige Staatsführung ihre Macht nicht aufrechterhalten".

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    Massenmord, Aleppo, Syrien