16:22 21 Januar 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    1240
    Abonnieren

    Der russische Großunternehmer Dmitri Grischin hat ein Konzept erstellt, wonach die Robotergesetze von Science-Fiction-Autor Isaac Asimov praktische Anwendung im Rechtswesen finden könnten. Einem Zeitungsbericht zufolge plädiert er auf dieser Grundlage für Korrekturen am russischen Zivilgesetzbuch.

    Dmitri Grischin, Gründer von Grishin Robotics, sagte der russischen Zeitung „Wedomosti“, er habe mit Hilfe von Jurist Viktor Naumow, dem geschäftsführenden Partner des Dentons-Büros in St. Petersburg, die weltweit erste gesetzliche Regelung in Sachen Robotik konzipiert. Demnach soll die aktuelle Regelung, die ausschließlich für Tiere und juristische Personen gilt, zum Teil auch auf Robotersysteme bezogen werden.

    Das Konzept besagt, die künstliche Intelligenz an sich sei zwar nicht in der Lage, Roboter zu Rechtssubjekten zu machen, denn es fehle ihnen an Emotionen, Roboter seien aber zu autonomen Aktivitäten fähig und daher Tieren ähnlich. Außerdem seien Roboter als besondere rechtliche Konstrukte zu betrachten – ebenso wie juristische Personen.

    Grischin hält die Erstellung eines einheitlichen staatlichen Registers von Robotern für möglich – in Analogie zu dem von juristischen Personen. Aus seiner Sicht könnten Entwickler von Robotern als Inhaber erhöhter Gefahrenquellen mit entsprechenden Verantwortungsnormen belegt werden, da ein Roboter durchaus Schaden verursachen könne.

    Sie kennen keine Scham — Computer begehen mehr Verbrechen als Menschen bis 2040

    Die Robotergesetze von Isaac Asimov könnten laut Grischin im russischen Rechtswesen aktuelle praktische Anwendung finden. Grischin sagte, er habe sein Konzept den führenden Hochschulen und Forschungsanstalten im Jura-Bereich des Landes vorgelegt, und hoffe nun darauf, dass das Dokument als Grundlage für Korrekturen am russischen Zivilgesetzbuch dienen, aber auch einem staatlichen Robotik-Gesetz zugrunde liegen könnte.

    Jurist Ilja Ratschkow, Partner von King & Spalding, kommentierte für die Zeitung, die Roboter seien noch nicht genügend verbreitet, um eine Regelung eigens für sie zu erstellen. Bei dem vorgeschlagenen Konzept werde die technologische Entwicklung also von der rechtlichen überholt. Das jetzt geltende Zivilgesetzbuch könne Roboter ohnehin als Eigentum ins Visier nehmen. Ein Roboter könne etwa von einem Gericht als erhöhte Gefahrenquelle eingestuft werden.

    Roboter schlägt bei "Amoklauf" erstmals auf Menschen ein – Opfer schwer verletzt

    Olga Uskowa, Präsidentin von Cognitive Technologies, betrachtet die Initiative Grischins dagegen als rechtzeitig. Etwa die Branche der Roboter-Autos entwickle sich rasant und übertreffe dabei die Prognosen. Die Regelung solle aber breiter sein als es Grischins Konzept vorsehe. Nötig seien vor allem Standards, um den Intelligenz-Grad von Robotern zu klären, aber auch Regeln, wie sich intelligente Maschinen in kritischen Situationen verhalten sollten. Ein Beziehungssystem unter Maschinen sowie zwischen Maschine und Mensch sollte erstellt werden, so Uskowa.

    Grischin räumt ein, die Roboter seien in Russland derzeit weniger verbreitet als etwa in den USA. In Russland gebe es auch weniger Forscherteams, die an solcher Technik tüfteln. Das Land könne aber ein Wegbereiter in Sachen Robotik-Regelung werden: „Gute Gesetze wären dann unser Vorteil. Ausländische Teams würden hierher kommen – wenn auch zunächst mit dem Ziel, Roboter nicht zu entwickeln, sondern zu testen. Auf diese Weise könnten wir große Fortschritte auf diesem Gebiet erzielen.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Mit Robotern gegen Behinderung: „Marvin vergrößert die Autonomie dieser Menschen“
    Lebendiger Stahl: Japaner konstruieren Riesen-Roboter - VIDEO
    „Terminator auf Raupenketten“: Russische Armee bekommt Roboter-Soldaten
    Klein, leise und tödlich: Selbstmord-Roboter für russische Armee
    Tags:
    Roboter, Russland