22:17 15 Dezember 2019
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    AleppoKinder in Aleppo

    Mit den Terroristen kamen Mord, Folter und Not – Einwohner von Aleppo

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    Im befreiten Aleppo, das in den vergangenen Monaten schwer umkämpft war, beginnen die Menschen ein neues Leben. Einwohner Aleppos sprachen mit Sputnik über die Terrorfolgen, eigene Verluste und ihre unversiegbare Hoffnung.

    „Früher haben wir frei und sicher gelebt, aber dann sind die Terroristen gekommen. Sie sind in unsere Häuser eingedrungen und haben unsere Männer gezwungen, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Alle Widerständler wurden gefoltert und getötet“, erzählt die 35-jährige Bushara as-Said Taha aus dem Bezirk al-Supri, der von Anfang an von den Terroristen kontrolliert war.

    Bushara as-Said Taha
    © Sputnik / Nour Molhem
    Bushara as-Said Taha

    Sie hat ein Kind, das knapp eineinhalb Jahre alt ist. Die Kleine habe im Laufe ihres noch kurzen Lebens sehr viel erlebt. Ihr hätte es an Lebensmitteln, Milch, Kleidung und Windeln gefehlt.

    „Jetzt weint sie immer bei lauten Geräuschen, die Geschossen ähneln“, so die Frau weiter.

    Nach der Befreiung der Stadt haben die Menschen laut ihr Chancen auf eine normale Zukunft. Sie habe die letzten fünf Jahre darauf gehofft und die Stadt nicht verlassen.

    „Gott hat uns geschaffen, und wir stehen in seiner Macht. Die Terroristen können nicht unseren Geist erobern“, gab Bushara an.

    Wegen der Terroristen können die Kinder nicht lernen, sagte Mariam Abdul Gani, eine 37-jährige Mutter von drei Kindern, gegenüber Sputnik. Zuvor habe es so viele Geschosse gegeben, als ob es geregnet hätte. Viele Kinder seien deswegen gestorben, die Eltern hätten ihre Kinder nicht in die Schule gelassen. Insgesamt fünf Schuljahre seien verloren gegangen.

    Mariam Abdul Gani
    © Sputnik / Nour Molhem
    Mariam Abdul Gani

    „Die Terroristen haben unser Haus zerstört. Es ist fast unmöglich, darin zu wohnen. Es gibt weder Strom noch Wasser und Telefon. Wir haben keine Möglichkeit, mit unseren Verwandten zu kommunizieren. Außerdem ist alles zu teuer. Die Besatzer verkauften monopolistisch Brot zu einem hohen Preis“, so die Einwohnerin.

    Außerdem seien schreckliche Strafen für Männer eingeführt worden. Die Terroristen hätten die gefesselten und nackten Männer durch die Straßen getrieben, gefoltert und getötet.

    Der 37-jährige Abd al- Munim al-Hamdu erinnert sich sehr oft an einen Spaziergang mit seinem sechs Jahre alten Sohn:

    „Er wollte Döner essen. Wie haben gegessen, und ich habe ein Foto von ihm machen wollen. Aber er wollte nicht und starrte in den Himmel. (…) Er sagte:,Ich spreche mit dem Mond, morgen treffen wir unsʻ.“ Am nächsten Tag war der Junge von einem Terroristen erschossen worden.

    Abd al- Munim al-Hamdu
    © Sputnik / Nour Molhem
    Abd al- Munim al-Hamdu

    Der Mann versuche seinen Kummer zu überwinden und will den Menschen die Wahrheit erzählen, deshalb sei er in den örtlichen Medien tätig.

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    Tags:
    Mord, Terroristen, Folter, Kinder, Aleppo, Syrien