13:02 22 November 2019
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    Russischer Hackerangriff auf Stab der Demokraten eine CIA-Lüge – Ex-NSA-Mitarbeiter

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    Die Vorwürfe der CIA gegen Moskau, dass Russland angeblich den Stab der Demokratischen Partei gehackt hatte, um die US-Wahlen zu beeinflussen, sind nichts weiter als eine Lüge, sagte Whistleblower und Ex-NSA-Mitarbeiter William Binney im Interview mit Radio Sputnik.

    Zuvor hatten Binney, der 30 Jahre lang beim US-Auslandsgeheimdienst NSA gearbeitet hatte, und sechs weitere pensionierte Geheimdienstvertreter in einem gemeinsamen offenen Brief erläutert, die Vorwürfe gegen Russland seien grundlos.

    „Die Beweise, die es geben müsste, fehlen. Andernfalls wäre der Fall ins Rollen gebracht worden, weil dann keine Gefahr für Quellen und Methoden bestanden hätte“, hieß es in dem Schreiben.

    Im Interview mit Radio Sputnik sagte Binney, die WikiLeaks-Enthüllungen zum Wahlstab von Hillary Clinton seien überhaupt kein Produkt eines Hackerangriffs, sondern eines Datenlecks.

    „Um an die Server zu kommen, müssten sie (die Hacker – Anm. d. Red.) übers Netzwerk kommen und auf die Server zugreifen, diese infiltrieren und anschließend Daten daraus extrahieren und wieder über das Netzwerk herausbringen. Wenn es die Russen wären, würde das alles nach Russland gehen. Und von da müsste es wieder über das Netzwerk an WikiLeaks kommen.“

    Laut dem Experten wäre dies sofort vom NSA-Überwachungssystem bemerkt worden, und zwar sowohl in den USA als auch auf internationaler Ebene. Unter anderem könne man leicht E-Mails überwachen.

    „Mit all den Milliarden Dollar, die wir für dieses Zugang-Überwachungssystem der NSA ausgeben, ist es unmöglich, die Pakete nicht zu bemerken, die von den Servern an die Russen übertragen werden. Ich meine, sie müssten genau wissen, wie und wann diese Pakete diese Server verließen und an die Russen gingen und wohin genau in Russland. Es gibt keine Entschuldigung dafür, das nicht zu wissen“, betonte Binney.

    Wenn ein Hackerangriff stattgefunden habe, müsse die NSA den Absender und die Empfänger dieser Daten dank Internet-Überwachungsprogrammen wissen. Der Apparat des Geheimdienstes verlässt sich dem Experten zufolge nicht auf „umständliche Indizien“. „Mein Standpunkt ist hier ganz einfach: Es darf hier überhaupt kein Raten geben“, sagte Binney anschließend.

    Im Oktober hatte das US-Innenministerium die russische Regierung der Beteiligung an Hackerangriffen beschuldigt, die vor den Wahlen auf US-Politiker und Parteien verübt wurden. Daraufhin hatte Russlands Präsident Wladimir Putin im Interview mit der Agentur Bloomberg mitgeteilt, Moskau beschäftige sich nicht mit Hacker-Angriffen auf Staatsniveau und habe mit den Angriffen nichts zu tun.

    Zuvor hatte WikiLeaks mehr als 19.000 interne E-Mails der Demokraten veröffentlicht. Diese Korrespondenz zeugte davon, dass die Parteifunktionäre bei den Präsidentschaftsvorwahlen, allen Regeln zum Trotz, Hillary Clinton zu Ungunsten ihres Konkurrenten Bernie Sanders ihre Unterstützung zugesichert hatten. Die Verantwortung für die Cyber-Attacke auf die Server der US-Demokraten hatte angeblich der Hacker Guccifer 2.0 übernommen.

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    Tags:
    Hackerangriff, Demokratische Partei, WikiLeaks, NSA, CIA, Russland, USA