16:49 18 November 2019
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    Russische Hacker enthüllten NSA-Affäre? – alles nur eine Medien-Fantasie

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    Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hat die vertraulichen Bundestagsakten nicht von den russischen Hackern, wie deutsche Medien zuvor behauptet hatten, sondern von einem Mitarbeiter des Parlaments bekommen, wie der „Spiegel“ nun berichtet.

    Als im Dezember berichtet wurde, dass die NSA die Möglichkeiten der deutschen Nachrichtendienste ausnutzte, um europäische Politiker auszuspionieren, hatten deutsche Medien die Schuld sofort angeblich russischen Hackern  zugeschrieben. Doch nun hat sich herausgestellt, dass die Schuldigen im Bundestag selbst zu suchen sind.

    Die Ermittler gehen jetzt offenbar davon aus, dass es sich bei den skandalösen Veröffentlichungen um keine Cyberattacke von außen, sondern eine undichte Stelle im Inneren handelte. Bundestagspräsident Lammert berauftragte darum die hauseigene Polizei des Parlaments und die Berliner Staatsanwaltschaft mit einer internen Suche nach dem Täter, wie die ARD unter Berufung auf die Bundestagsverwaltung berichtet. Ermittelt werde unter  Mitarbeitern und Abgeordneten wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses.

    Begründet wurde dieses Vorgehen damit, dass die Enthüllungsplattform WikiLeaks Anfang Dezember wesentlich mehr geheime Daten veröffentlicht habe, als bei einem Hackerangriff auf den Bundestag 2015 zuvor gestohlen worden seien, schreibt der "Spiegel". Außerdem seien weder Mitarbeiter noch Abgeordnete aus dem Umfeld des NSA-Ausschusses von der damaligen Hackerangriffen betroffen gewesen.

    Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf anonyme Quellen aus dem BND berichtet, die Dokumenten seien infolge eines Cyberangriffs durch russische Hacker an WikiLeaks gelangt.

    Am 1. Dezember hatte WikiLeaks Tausende als geheim eingestufte Dokumente aus dem NSA-Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestages veröffentlicht. Darunter waren auch Daten über eine enge Zusammenarbeit zwischen der NSA und Bundesnachrichtendienst (BND), die im Frühling 2015 einen regelrechten Skandal auslösten.

    Der Bundestag war im Mai 2015 von unbekannten Hackern angegriffen worden. Damals hatten die deutschen Behörden erklärt, die Verbrecher sollen keinen Zugang zu streng vertraulichen Informationen bekommen haben. Das Bundesinnenministerium hatte auch ausgeschlossen, dass diese Attacke Hacker aus dem Ausland verübt haben sollen.

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    Tags:
    Abgeordnete, Affäre, Parlament, Ermittlung, Hackerangriff, Geheimdienst, Bundestag, NSA, WikiLeaks, Deutschland, Russland