18:12 18 November 2019
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    Abschied vom ermordeten Botschafter Andrej Karlow

    US-Journalist rechtfertigt Mord an russischem Botschafter – Netz empört

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    Attentat auf Russlands Botschafter in Ankara (57)
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    Nach dem Attentat auf den russischen Botschafter Andrej Karlow in der Türkei hat der amerikanische Kolumnist Gersh Kuntzman für eine Welle der Empörung im Netz gesorgt. In seinem Beitrag in der „New York Daily News“ bezeichnet er den Diplomaten-Mord gar als „gerecht“ und würdigt den Täter als „Freiheitskämpfer“.

    Kuntzman schrieb: Er „weint nicht“ über den russischen Diplomaten, denn der Mord sei eine logische Folge der russischen Politik. Den Mörder halte er nicht für einen „Terroristen“, sondern für einen „selbststilisierten Freiheitskämpfer“. Den russischen Diplomaten verglich er mit Ernst vom Rath, einem Nazi-Diplomaten in Paris, der 1938 von einem Studenten erschossen wurde.

    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow kommentierte diese Aussagen, indem er die Zurechnungsfähigkeit des amerikanischen Journalisten in Zweifel zog: „Es gibt leider sehr viele nicht ganz zurechnungsfähige oder manchmal gar völlig unzurechnungsfähige Menschen, die eine perverse Vorstellung von Gut und Böse haben.“

    Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa forderte von der US-Zeitung Entschuldigungen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Novosti weigert sich der Kuntzmann bislang, sich zu entschuldigen.

    Im Netz hat sein Artikel viele, meist verachtende Kommentare hervorgerufen:

    Mandragola Veritas:„Denkt Kuntzmann eigentlich nach, bevor er spricht oder schreibt?“

    Brian Massie: „Reale Journalisten? Leute wie Sie? Leute, die denken, es sei cool, Botschafter zu töten?“

    Camillus Vickerman: „Dieser Typ preist einen Botschaftermord… einen kaltblütigen, feigen Mord ohne Prozess und stellt es in eine nationale Nachrichtenplattform. So viel zu Recht und Ordnung, was? Ein unglaublich verantwortungsloser ‚Journalist‘."

    Ilya Smetanin: „Sie sind kein Journalist, und das wissen Sie. …  Lügen, und Hass, Hass und Lügen, das ist alles, was sie produzieren können.“

    Offenbar hat Kuntzman selbst nicht damit gerechnet, dass sein Artikel so viele kritische Kommentare ernten wird, vor allem nicht mit denen amerikanischer Leser. In einem neuen Artikel zum Thema gesteht der Journalist, er habe Dutzende Briefe von Amerikanern erhalten, die auf Russlands Seite gegen ihn Partei nehmen.

    Andrej Karlow (62) war am Montag  in Ankara vor laufenden Kameras erschossen worden, als er bei der Einweihung einer Fotoausstellung eine Ansprache hielt. Der Angreifer war ein türkischer Polizist, der die Veranstaltung bewachen sollte. Er wurde auf der Stelle von Sicherheitskräften getötet. In den Folgetagen wurden in der Türkei Medienberichten zufolge 13 Verdächtige gefasst.

    Der Mordanschlag auf den russischen Botschafter in Ankara im Ticker-Protokoll >>

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    Andrej Karlow, Türkei, USA, Russland