10:51 11 Juli 2020
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    Lkw-Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (111)
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    Der Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz hat am Donnerstag wieder den Betrieb aufgenommen. Auf den ersten Blick ist die Normalität zurückgekehrt, wären da nicht die schwerbewaffneten Polizisten, die Heerscharen von Journalisten aus aller Welt und die vielen Blumen, Kerzen und Trauerbotschaften.

    Am Donnerstagmittag scheint der Weihnachtsmarkt in Berlin-Charlottenburg, wo Anfang der Woche 12 Menschen bei einem terroristischen Anschlag ihr Leben ließen, vor Allem für die Presse ein zentraler Anlaufpunkt zu sein. Unzählige Journalisten senden Bilder und Stimmen vom Unglücksort in die ganze Welt hinaus, während die Suche nach dem Täter Europa im Atem hält.

    Auch vereinzelte Besucher haben sich auf dem Markt eingefunden – manche, um Blumen niederzulegen und Kerzen zu entzünden, andere, um bei Bratwurst und Glühwein allen Umständen zum Trotz feierliche Stimmung aufkommen zu lassen. 

    Berlin Breitscheidplatz: Trauer um Opfer
    © Sputnik / Ilona Pfeffer
    Berlin Breitscheidplatz: Trauer um Opfer

    „Wir lassen uns nicht abschrecken“, so der Grundtenor der Besucher, die an diesem Tag auf den Markt gekommen sind.

    „Die Unsicherheit, die Angst bleiben auf jeden Fall, aber sich zuhause zu verstecken bringt nichts. An Silvester werde ich allerdings bewusst größere Menschenansammlungen meiden“, erzählt ein älterer Mann Sputnik-Korrespondentin Ilona Pfeffer. 

    Eine Frau sagt, sie sei extra in der Mittagspause zum Breitscheidplatz gekommen, um ihre Anteilnahme zu zeigen. Die verstärkte Polizeipräsenz gebe ihr nicht mehr Sicherheit, fährt sie fort, aber sie würde trotzdem weiterhin auf öffentliche Plätze und Feiern gehen. 

    „Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich solche Dinge auch in Deutschland ereignen. Ich hätte mir gewünscht, dass vorher eine gewisse Sicherheit hergestellt worden wäre. Wenn ich da an die Betonklötze denke, die an den neuralgischen Punkten aufgestellt wurden – hätte man das nur vorher bedacht“, fügt der Mann hinzu.

    Berlin Breitscheidplatz: Polizei sichert den Weihnachtsmarkt
    © Sputnik / Ilona Pfeffer
    Berlin Breitscheidplatz: Polizei sichert den Weihnachtsmarkt

    Die gut sichtbaren, bewaffneten Einsatzkräfte der Polizei, die über den Markt patrouillieren, scheinen den Menschen nur bedingt ein stärkeres Sicherheitsgefühl zu vermitteln. 

    „Wenn es einen Bekloppten gibt, der vorhat, etwas zu machen, dann ist es sowieso schwer, ihn davon abzuhalten. Die Sicherheitsmaßnahmen sind schön und gut, aber wenn hier Einer mit einem Messer rumläuft, wird er eh nicht kontrolliert“, gibt ein Familienvater zu bedenken.

    Argwöhnisch in Bezug auf die anderen Weihnachtsmarktbesucher sei er aber trotzdem nicht geworden. Man solle nicht alle über einen Kamm scheren oder Menschen schräg angucken, wenn sie vielleicht ausländische Wurzeln haben, meint der Mann. 

    „Argwöhnisch würde ich nicht sagen“, stimmt der ältere Mann zu, „Aber man hält sich einfach nicht mehr so lange an einem Platz auf. Das ist das Ergebnis dieser Vorfälle.“

    Die Betreiber der zahlreichen Buden haben sich jeglicher Kommentare enthalten. Ein Budenbesitzer erzählte Sputnik, die Marktleitung hätte ihnen verboten, Interviews zu geben. Warum das so sei, könne er nicht mit Sicherheit sagen. 

    Musik ist am Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz auch nicht zu hören – allerdings aus einem plausiblen Grund.  

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    Tags:
    Weihnachtsmarkt, Terroranschlag, Polizei, Berlin