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19:22 17 August 2019
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    Polizei in Berlin

    Vor Lkw-Anschlag: Amri zeigte Schwester in Tunesien per Telefon Berlin – Medien

    © REUTERS / Hannibal Hanschke
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    Lkw-Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (111)
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    Der mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri, hat kurz vor der Lkw-Attacke auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz seine Schwester in Tunesien angerufen, um ihr die Feiertagsvorbereitungen in der deutschen Hauptstadt zu zeigen, wie die Zeitung „Daily Telegraph“ berichtet.

    Demnach rief Amri seine 28-jährige Schwester Najwa Ende November an und demonstrierte per Videoschaltung mit seinem Handy die Straßen Berlins.

    „Er sagte, dass er irgendwo sein Motorrad geparkt hat und spazieren geht. Er sagte: Lass mich dir die Lichter auf den Straßen zeigen, die zum Weihnachtsabend angesteckt werden“, sagte die junge Frau. Najwa betonte, dass sie nicht an eine Täterschaft ihres Bruders glaube. Trotzdem habe sie Amri dazu aufgerufen, sich den Behörden zu stellen.

    Seit Mittwochabend ist der im Zusammenhang mit dem Lkw-Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt von Montagabend hochgradig tatverdächtige Tunesier Anis Amri europaweit zur Fahndung ausgeschrieben.

    Bei der Todesfahrt eines Lastwagens auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz, direkt an der berühmten Gedächtniskirche und unweit des Kurfürstendamms, wurden am Montagabend zwölf Menschen getötet. 48 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer, wie die Polizei mitteilte. 24 Personen konnten das Krankenhaus mittlerweile verlassen. Zu der Tat bekannte sich der IS (Islamischer Staat, auch Daesh).

    Amri gilt als brandgefährlicher Gefährder. Er könnte Mitglied eines großes Islamisten-Netzwerks sein: Er soll Kontakte zum Umfeld des Salafisten-Predigers Abu Walaa unterhalten. Letztere wurde vor kurzem verhaftet und galt als „Nummer 1 des IS in Deutschland“. Laut der „Süddeutschen Zeitung“ soll der mutmaßliche Attentäter auch bei einem Komplizen Abu Wallaas, einem Boban S., in Dortmund gewohnt haben, der ebenfalls bereits festgenommen worden war. S. soll sich zur Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) bekannt und versucht haben, neue Anhänger für den bewaffneten Dschihad zu organisieren.

    Der 24-jährige Tunesier Anis Amri ist 2012 zunächst nach Italien, dann 2015 nach Deutschland eingereist. Im April 2016 soll er Asyl beantragt haben. Obwohl er sich zumeist in Berlin aufhielt, wurde sein Fall im nordrhein-westfälischen Kleve bearbeitet. Die am Dienstag im Fahrerhaus des Lkw aufgefundenen Duldungspapiere bestätigen das. Eigentlich sollte er seit mindestens einem halben Jahr abgeschoben worden sein.

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    Weihnachtsmarkt, Lkw, Polizei, Fahndung, Anschlag, Anruf, Handy, Terrormiliz Daesh, Tunesien, Berlin