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11:29 21 August 2019
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    Performance of Alexandrov ensemble at Winter Arts Festival in Sochi

    Jet mit russischem Armeechor abgestürzt: Die Geschichte des Alexandrow-Ensembles

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    Bei dem Absturz des russischen Militärflugzeuges Tu-154 über dem Schwarzen Meer sind vermutlich auch 64 Mitglieder des legendären Alexandrow-Ensembles ums Leben gekommen. An Bord der Maschine war auch dessen Dirigent, Generalleutnant Waleri Chalilow.

    Das Alexandrow-Ensemble ist der offizielle Chor der russischen Armee und auch als Chor der Roten Armee bekannt. Es besteht aus einem männlichen Chor, einem Orchester und einer Tanzgruppe. Der Name geht auf den Gründer, Alexander Alexandrow, zurück, der 1943 die Melodie zur Nationalhymne der Sowjetunion komponierte.

    Lange Zeit gehörte auch Star-Tenor Viktor Niktin zum Chor, dessen Auftritt 1948 auf dem Gendarmenmarkt in Berlin für Aufsehen sorgte, weil Niktin auf Deutsch gesungen hatte.

    Das Alexandrow-Ensemble bei dem jährlichen internationalen Kunstfestival im weißrussischen Witebsk
    © Sputnik / Viktor Tolochko
    Das Alexandrow-Ensemble bei dem jährlichen internationalen Kunstfestival im weißrussischen Witebsk

    Der Chor hatte fast die ganze Welt bereist: Die Musiker spielten in gefüllten Konzerthallen in mehr als 70 Ländern in Europa, Asien, Afrika und in beiden Amerikas. Das Alexandrow-Ensemble trat auch in vielen Kriegsregionen auf, wie etwa Afghanistan, im ehemaligen Jugoslawien, Tadschikistan und Tschetschenien.

    Dirigent des Alexandrow-Chors, Waleri Chalilow
    © Sputnik / Iliya Pitalev
    Dirigent des Alexandrow-Chors, Waleri Chalilow

    Der Armeechor spielt vor allem traditionelle Kirchenlieder, klassische Stücke und Volkslieder, aber auch moderne Popmusik: So interpretierten die Musiker bei ihrer Deutschland-Tournee 2013 das „James Bond“-Titellied „Skyfall“ von der britischen Sängerin Adele neu.

    Der Chor wurde mit zahlreichen angesehenen russischen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Grand Prix in Paris 1937.

    Alexander Kibovskij, Leiter des Moskauer Kulturdepartements, kommentierte gegenüber Journalisten den möglichen Tod der 64 Künstler: Er sei von dem überwältigenden Ausmaß der Tragödie schockiert.

    „Es war mehr als nur ein Ensemble. Es ist unser Stolz und Ruhm“, so Kibovskij. „Viele im Westen hatten es mit Recht ‚Kremls singende Waffe‘ genannt, wegen der positiven Energie und des Stolzes auf unser Land, die es (bei den Auftritten – Anm. d. Red.) ausstrahlte.“

    Das Alexandrow-Ensemble bei dem jährlichen internationalen Kunstfestival im weißrussischen Witebsk
    © Sputnik / Viktor Tolochko
    Das Alexandrow-Ensemble bei dem jährlichen internationalen Kunstfestival im weißrussischen Witebsk

    Er wisse einfach nicht, wie man die große Leere nach diesem tragischen Verlust wieder füllen könne. „Ensembles dieser Art brauchen Jahrzehnte, um heranzureifen. Der Verlust eines solch hervorragenden Kollektivs ist eine enorme Tragödie, deren Folgen wir noch zu begreifen haben“, so der Leiter weiter.

    Der russische Armeechor bei einem Musik-Festival auf dem Roten Platz in Moskau
    © Sputnik / Vladimir Astapkovich
    Der russische Armeechor bei einem Musik-Festival auf dem Roten Platz in Moskau

    Die Maschine vom Typ Tupolew-154 des russischen Verteidigungsministeriums war am Sonntagmorgen sieben Minuten nach dem Start in Sotschi aus bisher ungeklärter Ursache ins Schwarze Meer gestürzt. An Bord waren acht Besatzungsmitglieder und 84 Passagiere: neben den Künstlern aus dem weltberühmten Alexander-Ensemble auch Journalisten und die russische Wohltäterin und Leiterin der Stiftung „Gerechte Hilfe“ Jelisaweta Glinka, als „Doktor Lisa“ bekannt.

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    Absturz, Opfer, Musik, Tu-154, Alexandrow-Ensemble, Russland