05:18 25 Februar 2020
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    Mehrere hundert Aktivisten sind am Montag von Berlin aus zu Fuß in Richtung Aleppo aufgebrochen. In dreieinhalb Monaten wollen sie die gesamte Route der vielen Flüchtlinge nach Europa in genau umgekehrter Richtung laufen. Ob den Aktivisten nicht auch einmal die Flüchtlinge selbst folgen werden?

    Die Journalistin und Bloggerin Anna Alboth will mit diesem Friedens-Marsch ein Zeichen der Solidarität setzen, wie die „Berliner Zeitung“ schreibt. Man wolle erreichen, dass die Zivilisten in den durch die Gefechte abgeschnittenen Gebieten humanitäre Hilfe bekommen, so Alboth.

    ​„Es ist Zeit zu handeln. Wir können nicht weiter vor unseren Laptops sitzen und nichts tun, behaupten, dass wir machtlos sind“, zitiert das Blatt aus einem für den Marsch entworfenen Manifest. Dieser Krieg könne gestoppt werden. Auf Facebook haben mehr als 2.800 Menschen zugesagt, wenigstens Teile des Weges mitzugehen.

    Die Route des „Zivilen Marsches für Aleppo" führt über Tschechien und Österreich, die Balkanroute Slowenien-Kroatien-Serbien-Mazedonien, nach Griechenland in Türkei bis nach Syrien. Auf diesem Weg, jedoch in umgekehrter Reihenfolge, waren in den vergangenen Monaten Hunderttausende Flüchtlinge nach Europa gekommen, die meisten aus dem kriegsgebeutelten Syrien.

    Erst seitdem Österreich und mehrere osteuropäische Staaten die Balkanroute in Mazedonien abriegelten, nahm die Zahl der Flüchtlinge auf dem Weg in die EU ab.

    ​Laut einer aktuellen Studie von Sputnik glaubt fast die Hälfte der Deutschen, dass die Situation um die Einwanderer in der Bundesrepublik seit den sexuellen Übergriffen zu Silvester in Köln schlechter geworden sei. In mehreren Nachbarstaaten liegt der Anteil der „Schwarzseher“ noch höher: In Italien (79%), Frankreich (67%) und Großbritannien (53%) dominiert der Eindruck, dass es um die Einwanderung schlimmer bestellt sei als noch vor einem Jahr.

    Migranten auf dem Hauptbahnhof in Padborg, Dänemark
    © AFP 2019 / Scanpix Denmark/Claus Fisker

    Die aktuelle Migrationskrise in Europa, wohl die schlimmste seit Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde durch bewaffnete Konflikte und die Wirtschaftsprobleme in Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas ausgelöst.

    Laut Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex waren im Jahr 2015 mehr als 1,8 Millionen Migranten in der Europäischen Union eingetroffen. In diesem Jahr kamen weitere rund 350.000 Migranten ohne gültige Einreisepapiere und Flüchtlinge in die EU.

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    Tags:
    Flüchtlingskrise, Syrien, Aleppo, Berlin, Deutschland