23:18 09 April 2020
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    Carla Ortiz, eine in den USA lebende Schauspielerin aus Bolivien, hat acht Monate in Syrien verbracht, um einen Dokumentarfilm über die Rolle der Frauen im Krieg zu drehen. Im Sputnik-Interview erzählt sie auch von der Inkonsequenz westlicher Medien bei der Berichterstattung über den Konflikt.

    „In Aleppo hörst du alle 30 Sekunden eine Explosion. Ständig. Als Ausländer wird dir bei der Ankunft bewusst, dass es unmöglich ist, sechs Jahre lang unter solchen Bedingungen ein menschenwürdiges Leben zu führen“, so Ortiz, deren Doku „Die Stimme Syriens“ im Juni 2017 in Syrien und Bolivien in die Kinos kommen soll.

    Reise durch den Krieg

    Auf ihrer Reise besuchte die Schauspielerin sowohl Regierungsviertel, befreite Zonen und sogar einige Territorien, die unter Kontrolle der Antiregierungskämpfer stehen – insgesamt etwa 75 Prozent Syriens.

    Carla Ortiz in Syrien
    © Foto : Carla Ortiz
    Carla Ortiz in Syrien

    Dabei hätte sie in Syrien in wirklich heiklen Gebieten niemals Vertreter seriöser Medien gesehen. Der einzige Sender, der tatsächlich direkt vor Ort berichtet hätte, sei der russische Sender Russia Today gewesen, so Ortiz.

    „Wie können sie die Kämpfe zur Befreiung der Stadt beleuchten oder behaupten, dass ‚Aleppo brennt‘, wenn sie an diesen Tagen gar nicht dort waren? Ich war mitten im Feuergefecht und ich kann davon erzählen. Aber woher nehmen sie ihre Berichte?“, fragt Ortiz. „Wir haben viele Fehler gemacht. Wir haben Nachrichten genommen und wiederholt, ohne die Quellen zu prüfen.“

    Einflussreiche Medien aus dem Westen würden sich ausschließlich auf den militärischen Konflikt in der Region konzentrieren, ihn mit einem Bürgerkrieg vergleichen. Dabei vergäßen sie immer wieder, dass in dem Land nicht nur die Syrer kämpften.

    „Der Fehler des Westens besteht darin, dass er denkt, der Nahe Osten lebe in einem ständigen Konflikt, dass dieses Problem keine Lösung habe, dass hier niemals Frieden herrschen könne. Wir haben vergessen, dass die Großmächte immer mit ihren eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen spielen“, meint die Schauspielerin kritisch. „Es ist, als ob die Medien eine eigene Propaganda hätten, die man mit guten oder bösen Absichten unterstützen kann. (…) Ich war schon oft in Syrien und habe an Orten des Blutvergießens niemals auch nur einen einzigen Mitarbeiter westlicher Medien gesehen“, sagte die Bolivianerin.

    • Die bolivianische Schauspielerin Carla Ortiz in Syrien
      Die bolivianische Schauspielerin Carla Ortiz in Syrien
      © Foto : Carla Ortiz
    • Carla Ortiz mit einem syrischen Kind
      Carla Ortiz mit einem syrischen Kind
      © Foto : Carla Ortiz
    • Carla Ortiz mit syrischen Kindern
      Carla Ortiz mit syrischen Kindern
      © Foto : Carla Ortiz
    • Carla Ortiz mit syrischen Kindern
      Carla Ortiz mit syrischen Kindern
      © Foto : Carla Ortiz
    • Carla Ortiz mit syrischen Kindern
      Carla Ortiz mit syrischen Kindern
      © Foto : Carla Ortiz
    • Carla Ortiz in Syrien
      Carla Ortiz in Syrien
      © Foto : Carla Ortiz
    • Carla Ortiz in Syrien
      Carla Ortiz in Syrien
      Carla Ortiz
    • Carla Ortiz mit Einheimischen in Syrien
      Carla Ortiz mit Einheimischen in Syrien
      © Foto : Carla Ortiz
    • Carla Ortiz in Syrien
      Carla Ortiz in Syrien
      Carla Ortiz
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    Die bolivianische Schauspielerin Carla Ortiz in Syrien

    Über die Syrer

    Die Syrer, so Ortiz, seien ein Volk, das sein Land unendlich liebe und mehr an zwischenmenschliche Beziehungen als an Religiöses glaube.

    „Ausländische Extremisten, die ins Land eingedrungen waren, haben das Bild der Syrer verzerrt, sodass heute nicht klar ist, wer die Syrer überhaupt sind. Es herrscht der Eindruck, sie seien ungesellige Irre, die sich an ihrer Religion festkrallen. Aber ich habe hier Christen gesehen, die mit Muslimen, Sunniten und Schiiten befreundet waren“, so die Schauspielerin.

    Carla Ortiz mit einer Frau in Syrien
    © Foto : Carla Ortiz
    Carla Ortiz mit einer Frau in Syrien

    Das einzige, was die Syrer wollen, sei Frieden. Der Westens habe sich nie angehört, was die syrische Bevölkerung wolle, sondern nur Aussagen von Menschen einbezogen, die schon vor vielen Jahren das Land verlassen hatten.

    „Heute sind die Menschen Opfer des Terrorismus und des Kriegs. Sie wollen, dass die Zerstörung ihres Landes aufhört und dass ihre Kinder nicht mehr getötet werden“, betont Ortiz.

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    Tags:
    Terror, Syrien-Krise, Krieg, Frieden, RT, Aleppo, Syrien