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09:40 12 November 2019
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    Polizei in Berlin

    Sieben Sitzungen, null Maßnahmen: Anis Amri und die deutschen Geheimdienste

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    Lkw-Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (111)
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    Sieben Mal haben sich Vertreter der deutschen Geheimdienste im Jahr 2016 getroffen, um die potentielle von Anis Amri ausgehende Gefahr einzuschätzen, wie die Zeitung „The Wall Street Journal“ schreibt. Die letzte Sitzung soll nur einen Monat vor dem Lkw-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt stattgefunden haben.

    Neuesten Angaben zufolge, die in einer Sondersitzung des Innenausschusses im Düsseldorfer Landtag vorgelegt wurden, machten die deutschen Geheimdienste besonders grobe Fehler im Fall Amris: Der spätere Attentäter war sechs Monate lang überwacht worden, das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) hatte sich dazu insgesamt sieben Mal getroffen, doch am Ende gab es weder einen konkreten Gefährdungssachverhalt noch gerichtsfeste Beweise, um Amri kaltzustellen.

    Der Zeitung zufolge war Amri 2015 mit dem Flüchtlingsstrom nach Deutschland gelangt. Im Land nutzte der Attentäter von Berlin insgesamt 14 verschiedenen Namen. Im November 2015 erfuhren die Geheimdienste zum ersten Mal vo den terroristischen Ansichten Amris. Einen Monat später war ihnen bereits bekannt, dass er wohl einen Anschlag in Deutschland verüben wolle, dazu im Internet bereits nach Selbstbauanleitungen für Bomben gesucht haben soll.

    Im Februar 2016 wurde er auf die Liste von radikalen Islamisten gesetzt, nachdem die Geheimdienste sieben Beratungen durchführten, bei denen sie die Sache Amris detailliert erörterten. Die letzte Sitzung fand im November, ein Monat vor dem Anschlag, statt.

    Anis Amri hatte am 19. Dezember in Berlin mit einem gestohlenen Lastwagen zwölf Menschen getötet und über 50 schwer verletzt. Mehrere Tage später wurde er in Mailand von einer Polizeistreife erschossen.

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    Beratung, Sitzung, Radikale, Anschlag, Überwachung, Geheimdienst, Anis Amri, Berlin