13:21 17 Oktober 2017
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    Silvesternacht in Innsbruck: Suche nach Tätern erfolglos – FPÖ: Grüne mitschuldig

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    In Österreich läuft die Fahndung nach einer Gruppe von fünf bis sechs Männern „ausländischen Aussehens“, die in der Silvesternacht auf dem Innsbrucker Marktplatz junge Frauen sexuell belästigt haben sollen. FPÖ-Gemeinderat Vescoli sieht die Schuld bei den Grünen und fordert mehr Videoüberwachung sowie schärfere Grenzkontrollen.

    Fast eine Woche nach den Übergriffen auf dem Marktplatz sind die Täter von Innsbruck noch immer nicht gefasst.

    „Es gibt 18 Frauen, die zu Silvester von einer größeren Personengruppe sexuell  belästigt wurden. Wir haben derzeit keine Erkenntnisse zu einem Verdächtigen. Wir führen da zahlreiche Überprüfungen durch und haben noch kein positives Ergebnis“, sagte Ermittlungsleiter Ernst Kranebitter am Donnerstag der Tiroler Tageszeitung.

    Zu den Verdächtigen lägen unterschiedliche Beschreibungen vor, so Kranebitter.

    „Die Täter sind von 20 bis 41 Jahren, ursprünglich hieß es die wären alle unter 30. In den meisten Aussagen ist drinnen, dass sie einen asiatischen Einschlag haben und dass sie Mandelaugen hätten. Eine Person ist auffallend, die hat die Haare oben weiß gefärbt. Eine hat einen ausgeschlagenen Schneidezahn. Die Angaben gehen aber, wie gesagt, kreuz und quer.“

    Man fahre derzeit sämtliche Fremdenunterkünfte an und zeige dort Lichtbilder der Verdächtigen vor in der Hoffnung, dass jemand die abgebildeten Personen erkennt.

    Winfried Vescoli, FPÖ-Klubobmann im Innsbrucker Gemeinderat, macht vor Allem die Politik der Grünen dafür verantwortlich, dass es überhaupt zu den Übergriffen gekommen ist, denn es seien die Grünen gewesen, die sich immer gegen mehr Videoüberwachung ausgesprochen hätten. Mit mehr Polizeipräsenz, Einlasskontrollen wie in Fußballstadien und einer besseren Videoüberwachung wären die Täter möglicherweise davon abgehalten worden, Frauen zu belästigen.

    Stadtpolizeikommandant Martin Kirchler gibt sich bei dieser Frage zurückhaltender: 

    „Wir müssen doch eine Verhältnismäßigkeit im Auge behalten, dass Mehr an polizeilichen Maßnahmen, sei es beispielsweise die Videoaufzeichnung von allen zuströmenden Besuchern, oder die rigorose Identitätsfeststellung bei den Zugängen, das bedeutet eine massive Beeinträchtigung der Besucher und des Veranstalters. Da gilt es natürlich abzuwiegen, welche Gefährdungslage besteht  und welche Beeinträchtigung nimmt man in Kauf“, so Kirchler im Interview mit der Tiroler Tageszeitung.

    Innsbruck sei ein Hotspot für Migranten, weil die italienische Grenze nicht so abgesichert werde, wie andere Grenzen, so Vescoli.

    „Wir müssen die Kontrollen an den Grenzen verstärken und da ist der offene Schengen-Raum natürlich tödlich. Am Brenner haben wir keine Kontrollen, die finden vorwiegend in der Steiermark und im Burgenland statt, wo letztes Jahr die ganzen Flüchtlingsströme gekommen sind. In Tirol gehen sie zu Fuß über den Brenner drüber“, betont der FPÖ-Politiker.

    Darüber hinaus spricht sich Vescoli dafür aus, das Asylverfahren zu beschleunigen. Seiner Ansicht nach sollen alle Asylanträge innerhalb von drei bis vier Monaten abgeschlossen werden – ob mit positivem oder negativem Ausgang.

    Österreich hat bereits angekündigt, die verstärkten Grenzkontrollen auf unbestimmte Zeit zu verlängern, es bleibt abzuwarten, ob weitere politische Konsequenzen aus der Silvesternacht folgen werden. Im Hinblick auf die nächste Silvesterfeier prüfe man, ob man beim Sicherheitskonzept nachbessern müsse, so Kirchler.

    „Für das nächste Jahr kann ich mich noch nicht festlegen, weil wir dabei sind, den Einsatz zu evaluieren. Es wird Nachbesserungen benötigen, von Seiten der Polizei, aber auch möglicherweise von Seiten des Veranstalters beim Sicherheitsdienst und so weiter.“

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    Tags:
    verdächtige, Täter, Hoffnung, Suche, Übergriffe, Migranten, Polizei, Innsbruck
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