12:26 07 Dezember 2019
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    Protestler wollen die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye hinter Gittern sehen

    Seoul: Bonze verbrennt sich aus Protest gegen sexuellen Missbrauch von Koreanerinnen

    © REUTERS / Kim Hong-Ji
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    Ein 64-jähriger buddhistischer Mönch hat sich in Seoul aus Protest gegen den sexuellen Missbrauch von Koreanerinnen während des Zweiten Weltkrieges in Brand gesetzt, wie der TV-Sender BBC am Sonntag mitteilt. Der Mann soll Verbrennungen dritten Grades erlitten haben und zurzeit bewusstlos sein.

    Laut BBC ist der Protest gegen das Abkommen zwischen Seoul und Tokio gerichtet, demzufolge Zehntausende Mädchen, darunter auch Koreanerinnen, gewaltsam in japanische Kriegsbordelle gebracht worden waren.

    Die Selbstverbrennung erfolgte bei einer Protestkundgebung gegen die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye.

    Das südkoreanische Parlament hatte am 9. Dezember für das Amtsenthebungsverfahren gegen die Präsidentin gestimmt.

    Die Staatsanwaltschaft Südkoreas ermittelt wegen Korruptionsverdacht gegen Choi Soon-sil, eine Freundin von Park Geun-hye. Park selbst wird dabei vorgeworfen, ihrer Vertrauten Einmischung in die Staatsangelegenheiten erlaubt zu haben. Zudem soll Choi Soon-sil, die derzeit in Untersuchungshaft sitzt, ihre Beziehung zur Präsidentin genutzt haben, um zwei private Stiftungen zu fördern, die von ihr geleitet werden.

    Hunderttausende Menschen protestieren seit Wochen auf den Straßen von Seoul. Park streitet sämtliche Anschuldigungen ab, aber ihre Umfragewerte sanken trotzdem auf ein Rekordtief von vier Prozent. Park Geun-hyes Amtszeit würde regulär im Februar 2018 enden. Die nächsten Präsidentschaftswahlen wären daher eigentlich erst für Ende 2017 anberaumt.

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    Tags:
    Protest, Selbstverbrennung, Mönch, Zweiter Weltkrieg, BBC, Choi Soon-sil, Park Geun-hye, Japan, Südkorea