15:40 26 April 2019
SNA Radio
    Глобус

    Von Kyrzbekistan bis San Escobar – blinde Flecken auf der Landkarte

    © Fotolia / Puchikumo / Klara S
    Panorama
    Zum Kurzlink
    11219

    Nach Fake-News geht der Trend nun offenbar zu Fake-Countries. Polens Außenminister Witold Waszczykowski hat da auch schon eine Idee: San Escobar. Doch damit ist er nicht der Erste.

    Für Amüsement sorgte ein Patzer des polnischen Außenministers Witold Waszczykowski, der diese Woche in New York verlauten ließ, Polen bemühe sich um diplomatischen Kontakt mit verschiedensten Staaten, "Zum Beispiel mit Staaten wie Belize oder San Escobar". Blöd nur, dass es das Land San Escobar gar nicht gibt. 

    Gemeint war St. Kitts und Nevis, ein Inselstaat auf den Kleinen Antillen, doch für eine Klarstellung war es wohl zu spät. Die Twitter-Gemeinde griff  Waszczykowskis Schnitzer dankbar auf und erschuf binnen kürzester Zeit einen Account, der die Demokratische Volksrepublik San Escobar zu vertreten vorgibt.

    #SanEscobar Counter-Intelligence to verify reports of St. Kitts & Nevis interfering with our relations with Poland https://t.co/KgGLhTbqra

    ​Zu Waszczykowskis Verteidigung sei angemerkt, dass er nicht der Erste ist, der einen Fantasiestaat ausgerufen hat. Die zentralasiatische Republik Kirgistan ist in den letzten Jahren gleich mehrfach Opfer von Namensverdrehungen geworden.

    Die New York Times schrieb von der Republik „Kyrzbekistan“ und musste sich nach Häme aus dem Internet öffentlich dafür entschuldigen, ein Land erfunden zu haben.

    ​​Doch auch der amerikanische Außenminister John Kerry glänzte nicht mit Geografie-Kenntnissen, was den zentralasiatischen Raum angeht. Er vermischte zwei andere Republiken und seine kreative Lösung ergab „Kyrzakhstan“.

    ​The Kingdom of Kyrzakhstan welcomes y'all. We are an ally of Russia & product of the US. We {heart} Chinese democracy & Indian development.

    ​Den Trend zur Ländererfindung haben Twitter-User übrigens fortgesetzt und schon einmal kreative Ideen gesammelt:

    ​Vielleicht sollten wir Waszczykowski & Co. dankbar sein, immerhin liefern sie einen Anlass, öfter mal den Weltatlas aufzuschlagen und die persönlichen Geografie-Kenntnisse auf die Probe zu stellen.

    Ilona Pfeffer

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Volle Blamage für Polens Außenminister - aber „weniger Schaden als sonst“
    Tags:
    New York Times, John Kerry, Witold Waszczykowski, Kyrzbekistan, Kyrzakhstan, San Escobar