22:41 27 Januar 2020
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    In dem Vernichtungslager Sobibor in Ostpolen, wo 1942 bis 1943 bis zu einer Viertelmillion Juden starben, haben Forscher Schmuck eines Frankfurter Mädchens gefunden, berichtet die „Jüdische Allgemeine“. Die Holocaust-Forscher sind sich sicher, dass der dreieckige Anhänger zu Anne Frank weist.

    Auf dem Anhänger ist „Mazal tov“, auf Hebräisch also „Herzlichen Glückwunsch, „Frankfurt a. M.“ sowie das Datum „3. 7. 1929“ eingeprägt. Auf der anderen Seite sind drei Davidsterne und der hebräische Buchstabe „Hej“ eingraviert, der Gott symbolisiert.

    Bislang ist nur ein einziges vergleichbares Schmuckstück bekannt, dass Anne Frank besaß, die Anfang 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen gestorben war und durch ihr später gefundenes Tagebuch weltberühmt wurde.

    Die Forscher gehen davon aus, dass der Schmuck einem Mädchen gehörte, das am 3. Juli 1929 in Frankfurt, also im selben Jahr und derselben Stadt wie Anne Frank, geboren wurde und spätestens 1943 aus dem Minsker Ghetto nach Sobibor deportiert worden war.

    Nach Angaben der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem könnte es sich bei dem Mädchen um Karoline Cohn handeln. Möglicherweise seien die Familien Cohn und Frank sogar verwandt.

    Der Anhänger sowie weitere Schmuckstücke und Uhren waren vermutlich unter die Holzdielen gefallen, als sich die Frauen und Kinder auf dem Weg in die Gaskammern ausziehen mussten.

     

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    Tags:
    Konzentrationslager, Juden, Nazi-Deutschland, Anne Frank, Deutschland, Polen, Sobibor