17:02 15 August 2020
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    Alexandra Zaitseva, Mutter von zwei in Deutschland geborenen Kindern und erfolgreiche Geschäftsfrau, versucht seit fünf Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen – ohne Erfolg. Da die Ausweispapiere ihres Geburtslandes ausgelaufen sind, ist sie quasi staatenlos. Sputnik erkundigte sich bei den Kölner Stadtbehörden.

    Den Einbürgerungseintrag hatte die seit 1998 in Deutschland Lebende nach eigenen Angaben bereits 2012 gestellt, wobei ihr kasachischer Pass zwei Jahre später ausgelaufen sei. Da gemäß kasachischem Gesetz jemand, der einen Antrag auf Einbürgerung in einen anderen Staat stellt, keinen Pass mehr bekommen kann, sei sie nicht in der Lage, gültige Ausweispapiere vorzulegen, erklärte Zaitseva im Interview für Sputnik vergangene Woche. Angeblich verweigert ihr die Stadt Köln deshalb nun die Staatsbürgerschaft. Die 37-Jährige dürfe Köln außerdem derzeit nicht verlassen, weil in ihrem Fall eine sogenannte Fiktionsbescheinigung gelte. Man bekomme diese Bescheinigung eigentlich nur, wenn man Asylbewerber oder Flüchtling ist und wenn man sie verlängern will, zahle man dann eine Strafe, sagte uns Zaitseva.

    „Das ist relativ einfach erklärt. Es gibt nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz sieben klare Anforderungen, die man erfüllen muss“, so Irene Schürmann, Pressesprecherin der Stadt Köln, gegenüber Sputnik. Dazu gehören etwa das Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung, der gesicherte Lebensunterhalt, das Nichtvorhandensein einer Vorbestrafung sowie sprach- und staatsbürgerliche Kenntnisse.

    Insbesondere einen Punkt erfülle Zaitseva aber nicht: „Wir haben keinen Beleg von ihr aus dem Konsulat oder der Botschaft ihres Heimatlandes (Kasachstan – Anm. d. Red.), welchen aktuellen rechtlichen Status sie hat. Dazu haben wir gar nichts, aber den brauchen wir.“

    Alexandra Zaitseva mit ihren beiden Töchtern
    © Foto : Alexandra Zaitseva
    Alexandra Zaitseva mit ihren beiden Töchtern

    Die Stadt habe ihr sogar angeboten, selbst den Kontakt zur kasachischen Botschaft aufzunehmen, wenn Frau Zaitseva sie dazu bevollmächtige.

    „Nun sagt Frau Zaitseva uns, das Land Kasachstan stelle ihr keine Papiere aus. Zum einen, weil ihr Pass vor fünf Jahren abgelaufen ist und zum anderen, weil sie die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt hat.“

    Man habe allerdings bislang auch keinen entsprechenden Bescheid von ihrer Botschaft bekommen, dass sich die 37-Jährige um eine Klärung bemüht hätte.

    „Wie gesagt: Wir haben ihr angeboten, dass wir mit einer entsprechenden Vollmacht ausgestattet, selbst den Kontakt aufnehmen. Es kann ja auch sein, dass die Botschaft dann zurückschreibt: Bis zum Jahr xy war Frau xy Staatsbürgerin und ist seitdem … irgendwas. Wir brauchen einen aktuellen Bescheid, wie immer der dann auch aussieht. Der muss von der Botschaft kommen“, betont Schürmann.

    Zuvor hatte auch die „Welt“ bei der Stadt Köln nachgefragt, wo es bei Zaitsevas Einbürgerung hakt. Binnen einer Woche soll es dann immer wieder geheißen haben, dass man an einer Beantwortung der Anfrage arbeite.

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    Tags:
    Papiere, Pass, Einbürgerung, Köln, Kasachstan, Deutschland