07:13 05 Dezember 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    1108
    Abonnieren

    Bieryoga heißt der Trend, den Yogalehrerin Jhula vom amerikanischen Festival Burning Man nach Berlin gebracht hat. Ihr zufolge haben sowohl Bier als auch Yoga etwas mit Entspannung zu tun und passen deshalb gut zusammen. Yogi Aljona Kowaltschuk aus Moskau ist aber ganz anderer Meinung. Sie hält solch eine Mischung für ein Gesundheitsrisiko.

     

    „Yoga ist nicht die erste Sportart, die jetzt zum Spaß auch mit Bier kombiniert wird. Beides hat ja was mit Entspannung zu tun und passt deshalb auch ganz gut zusammen – vor allem als perfekter Start ins Wochenende“, erläuterte Jhula in einem Interview mit dem Magazin „Mit Vergnügen“.

     

    Ihr zufolge darf sich jeder beim Bieryoga sein eigenes Ziel setzen. „Die meisten sind nach zwei Flaschen Bier und einer Stunde Yoga angenehm entspannt und ein bisschen beschwipst“, so Jhula.

    Beim Bieryoga gibt es auch eigene Posen wie beispielsweise den „Bierbaum“, bei dem die Teilnehmer eine Bierflasche auf dem Kopf balancieren und dabei auf einem Bein stehen. Laut der Lehrerin wird für den Unterricht nur Bier in Flaschen genutzt. Welche Sorte die Schüler dabei trinken, sei egal.

     

    „Ich hatte auch schon schwangere Frauen, die mit alkoholfreiem Bier mitgemacht haben. Persönlich trinke ich am liebsten Quartiermeister“, erläuterte die Lehrerin.

     

    Von den Teilnehmern kämen bislang nur positive Reaktionen. Viele Teilnehmende hätten noch nie Yoga gemacht und seien überrascht, dass es beim Bieryoga so ausgelassen zugehe. Jhula zufolge finden andere Yogalehrer in Berlin die Idee lustig und wollen es einfach mal ausprobieren. Aljona Kowaltschuk, zertifizierte Yogalehrerin von der Moskauer Schule „Kaula“, ist jedoch nicht gerade begeistert von der neuen Mischdisziplin.

     

    „Yoga und Bier – das ist ein lustiger Scherz“, sagte sie gegenüber Sputnik. „Das ist wie ein Zigarettenmarathon. Ich habe das Gefühl, dass es in letzter Zeit den Trend gibt, Yoga in einen Spaß zu verwandeln, es zu monetisieren und zum Unsinn zu machen.“

    Laut Kowaltschuk ist Yoga direkt mit der Gesundheit verbunden. „Hier sieht man aber zwei inkompatible Sachen: Das eine untergräbt die Wirkung des anderen“, betonte sie. Beim Yoga gehe es um die Kontrolle des Körpers und Verstands, die Fähigkeit zur Konzentration.

    Aljona Kowaltschuk, Yogalehrerin von der Moskauer Schule Kaula
    © Foto : Aljona Kowaltschuk
    Aljona Kowaltschuk, Yogalehrerin von der Moskauer Schule "Kaula"

    „Was macht aber das Bier? Es entspannt, hilft zu vergessen, weicht den Verstand und die Fähigkeit zur Kontrolle über Verstand, Sprache und Bewegung. Diejenigen, die ernsthaft Yoga praktizieren, begreifen, dass dies eine sehr komische Idee ist“, erläuterte Kowaltschuk ihren Standpunkt.

    • Aljona Kowaltschuk, Yogalehrerin von der Moskauer Schule Kaula
      Aljona Kowaltschuk, Yogalehrerin von der Moskauer Schule "Kaula"
      © Foto : Aljona Kowaltschuk
    • Aljona Kowaltschuk, Yogalehrerin von der Moskauer Schule Kaula
      Aljona Kowaltschuk, Yogalehrerin von der Moskauer Schule "Kaula"
      © Foto : Aljona Kowaltschuk
    • Aljona Kowaltschuk, Yogalehrerin von der Moskauer Schule Kaula
      Aljona Kowaltschuk, Yogalehrerin von der Moskauer Schule "Kaula"
      © Foto : Aljona Kowaltschuk
    1 / 3
    © Foto : Aljona Kowaltschuk
    Aljona Kowaltschuk, Yogalehrerin von der Moskauer Schule "Kaula"

    Der Moskauer Lehrerin zufolge ist eine Mischung von Alkohol mit diesem Sport gesundheitsgefährdend. Yoga sei „eine ernsthafte körperliche Belastung, und wenn man Alkohol mit körperlicher Belastung verbindet, ist das schlecht fürs Herz. Auch bei geringen Mengen beeinflusst Alkohol die Bewegungskoordination. Die Abwesenheit der Koordination führt zum Trauma-Risiko“.

    Aljona Kowaltschuk, Yogalehrerin von der Moskauer Schule Kaula
    © Foto : Aljona Kowaltschuk
    Aljona Kowaltschuk, Yogalehrerin von der Moskauer Schule "Kaula"

    Kowaltschuk hoffe, Bieryoga werde nichts weiter als ein kurzfristiger Trend. „Einmal ausprobieren – das ist lustig, aber auf ständiger Basis ein Abo zum Bierverzehren zu einer bestimmten Zeit und in einer nicht sehr komfortablen Pose zu kaufen, ist merkwürdig“, sagte sie abschließend.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Sei still und kauf! – Yoga Räume im Flughafen Frankfurt
    Kanadierin gibt Yoga-Unterricht für Flucher und Prasser
    Yoga: Die Welt rollt die Matte aus
    Enthüllungsplattform gegen CNN im Streit über vertuschte Biden-Affäre
    Tags:
    Wochenende, Bier, Yoga, Sport, Berlin, Deutschland, Moskau, Russland