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    Neue ARD-Doping-Doku bringt neue Lügen – russische Sportlerin

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    Die russische Leichtathletin Anastasija Basdirewa, die in der neuen Doku des deutschen Journalisten Hajo Seppelt zu sehen sein soll, hat in einem Interview mit dem Nachrichtenportal RT erläutert, dass man in dem Film „nicht existierende Geschichten und Fakten“ erwarten sollte.

    Zuvor hatte Seppelt in seinem Twitter-Profil mitgeteilt, am 22. Januar werde in der ARD ein neuer Dokumentarfilm über Doping im russischen Sport erscheinen. Unter anderem wurde bekannt, dass der russische Läufer Andrej Dmitrijew einer der Whistleblower ist.

    Laut Basdirewa hat der Sportler jedoch Lügen verbreitet und wollte dadurch Geld verdienen. Seine größte Errungenschaft sei die Teilnahme an der Junioren-Weltmeisterschaft im Jahr 2009. Der Läufer selbst sagte zuvor, ihm sei nichts für seine Hilfe gezahlt worden.

    „Leider wollen die Journalisten, die gierig nach Sensationen sind, in der Regel nichts über die Besonderheiten des psychologischen und faktischen Porträts derjenigen Menschen wissen, die ‚die ganze Wahrheit offenbaren‘. Mir wird schlecht bei dem Gedanken, dass ich einen Menschen gekannt habe, der für 30 Silberlinge nicht existierende Geschichten und Fakten ausdachte“, sagte Basdirewa in diesem Zusammenhang.

    Was ihre Teilnahme in der neuen Doku angehe, erläuterte Basdirewa, sie sei vor einigen Tagen von einem deutschen Journalisten angeschrieben worden, der ihr „eine Art Ultimatum stellte“. „Mir wurde Zeit bis zum 21. Dezember 10 Uhr morgens gegeben, um bestimmte Fragen zu beantworten. Zuerst wollte ich den Brief ignorieren, aber dann hielt ich das für falsch. Denn man könnte das Schweigen gegen (Russland – Anm. d. Red.) nutzen, beispielsweise, dass ‚die Russen sich wie Partisanen benehmen, also sind sie tatsächlich schuldig‘“.

    Der Sportlerin zufolge hat sie anhand der Fragen sofort begriffen, es komme eine „neue Welle von Schmutz“. Dabei wolle niemand „die andere Seite hören“. In diesem Zusammenhang erinnerte sich Basdirewa an einen Vorfall von 2015 bei der Europameisterschaft in Prag, wo „man versuchte, mich in einem Zimmer mit drei WADA-Mitarbeitern einzuschließen“. „Man versuchte, mich zu erpressen und eine Vernehmung zu organisieren, indem man körperliche Gewalt anwendete. Anschließend wurde ich im WADA-Bericht als ‚aggressiver und nicht kontaktfreudiger Mensch‘ bezeichnet“, fügte die Athletin hinzu.

    „Drei junge Stiere, ohne etwas zu erklären, versuchen, eine Frau in irgendein Zimmer in einer europäischen Hauptstadt zu schleppen, und ich bin dann aggressiv. Ich hatte einfach Angst in dem Moment“, betonte Basdirewa.

    Der deutsche Fernsehsender ARD hatte am 3. und 7. Dezember 2014 den zweiteiligen Dokumentarfilm „Geheimsache Doping“ gezeigt, der von einer systematischen Dopingeinnahme durch russische Leichtathleten handelt. Der Film enthält ein mit verdeckter Kamera aufgenommenes Gespräch mit der Olympiasiegerin im 800-Meter-Lauf (2012) Maria Sawinowa, die die Einnahme von Doping gestanden haben soll. Dabei war die Stimme der Sportlerin jedoch nicht zu hören.

    Valentin Balachnitschew, damals noch Präsident des WFLA, bezeichnete den Film als „Provokation, die zum Ziel hat, den russischen Sport zu untergraben“. Laut Balachnitschew hatte die ARD-Leitung es abgelehnt, originale Video- und Tonaufzeichnungen zur Dokumentation bereitzustellen.

     

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    Tags:
    Doping, ARD, Hajo Seppelt, Deutschland, Russland