09:45 07 Juli 2020
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    Die britische Regierung hat den gescheiterten Start einer ballistischen Interkontinentalrakete Trident II D5 verschwiegen, der kurz vor der Parlamentsabstimmung über die Modernisierung des britischen Nuklearschildes stattfand. Dies berichtete die Zeitung „The Sunday Times“ am Sonntag unter Berufung auf eine Quelle in der britischen Kriegsmarine.

    Im Interview mit dem TV-Sender BBC gab die britische Premierministerin Theresa May am Sonntag zu, dass es beim Test der Rakete zu einer Störung  gekommen sein könnte, indem sie sagte, dass solche Tests jedenfalls vorkämen.

    „Dies beweist, dass wir unser Trident-System modernisieren müssen. Wir müssen  unser Land  schützen und zur Verteidigungsfähigkeit der Nato beitragen", sagte sie. 

    Der Start der Rakete fand im Juni 2016 vom „HMS Vengeance" aus, einem der vier britischen Atom-U-Boote, in der Nähe der Küste Floridas statt. Anstatt ein etwa 9000 Kilometer von der westafrikanischen Küste entferntes Ziel zu treffen, kam der Flugkörper, der keinen Atomsprengstoff trug, von seinem Kurs ab und flog in Richtung Amerika. Dies war der erste Start einer Rakete von diesem Typ seit  vier Jahren, was die Zuverlässigkeit der Waffe in Frage stellt. Der Grund der Panne wird nicht genannt.

    Der Quelle der Zeitung zufolge rief der Vorfall in der Regierung und im Militär große Panik hervor. Die Behörden hätten sich davor gefürchtet, dass die Bekanntgabe des Fiaskos das Vertrauen zur nuklearen Abschreckung Großbritanniens unterminieren werde, und beschlossen, den missglückten Test geheim zu halten.  

    Der  gescheiterte Test fand  kurz vor der Amtseinführung der heutigen Premierministerin Theresa May statt. Diese erwähnte ihn allerdings mit keinem Wort, als sie das Parlament überzeugte, 40 Milliarden Pfund (umgerechnet  46 Milliarden Euro) für vier neue U-Boote mit ballistischen Raketen zu ausgeben.

    Der britische Verteidigungsminister, Michael Fallon, soll in das Unterhaus des Parlaments herausgefordert werden, um über den Zwischenfall Rechenschaft abzulegen.

    Die Teste des ballistischen Trident-Interkontinentalraketen waren angesichts  ihrer Kostspieligkeit seit 2000 lediglich fünfmal durchgeführt. Der Preis eines Trident-Flugkörpers beträgt  17 Millionen Pfund (umgerechnet 19,7 Millionen Euro).

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    Tags:
    Panne, Start, U-Boot, Trident-II-Rakete, Theresa May, Großbritannien, USA